Wie weit der Recyclingwille geht

Umwelt geht alle an. Das beginnt schon im eigenen Haushalt. Oftmals achtlos weggeworfene Verpackungen sind wichtige Ressourcen.
  • Statt Plastik besser Glas verwenden. djd/Michael Grasmann

Das BIR , das Bureau of International Recycling, hat den 18. März 2018 zum Weltrecyclingtag ausgerufen. Der Tag soll genutzt werden, um auf die Bedeutung des Recyclings weltweit aufmerksam zu machen.

Das Umweltbundesamt nimmt dies zum Anlass, einen Blick auf den Stand des Recycling für einige Stoffströme in Deutschland zu werfen.

Kunststoffe

Im Jahr 2015 sind in Deutschland insgesamt 5,9 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle angefallen. Davon wurden 45 Prozent werkstofflich verwertet und standen als Sekundärrohstoff für neue Kunststoffprodukte zur Verfügung. Für 53 Prozent erfolgte eine energetische Verwertung, das heißt Verbrennung.

Die dabei frei werdende Energie wird zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Ein Prozent der Kunststoffabfälle fand eine rohstoffliche Verwertung – als Reduktionsmittel in der Stahlherstellung.

Den größten Anteil am Kunststoffrecycling haben Verpackungen: Fast 80 Prozent des Kunststoffrecyclings basieren auf dem Recycling von Kunststoffverpackungen aus Privathaushalten, dem Gewerbe und der Industrie.

Alles gut geschützt

Verpackungen machen einen großen Teil der Abfälle aus Kunststoff, Papier und Karton, Glas und weiteren Materialien aus.

Im Jahr 2015 fielen 18,2 Millionen Tonnen an Verpackungsabfällen an. Der Anstieg auf diesen bisher höchsten Wert ist vor allem auf veränderte Lebensbedingungen und die damit verbundenen Verzehr- und Konsumgewohnheiten zurückzuführen. 69,3 Prozent der Verpackungsabfälle gingen in das Recycling. Insgesamt wurden 97 Prozent der Verpackungsabfälle verwertet.

Während die Recyclingquoten für Verpackungen aus Glas (85,2 % in 2015), Papier und Karton (85,7 %) und Metall (91,5 %) in Deutschland auf hohem Niveau liegen, wurden von den gesamten Kunststoffverpackungsabfällen beim privaten Endverbraucher sowie bei Gewerbe und Industrie lediglich knapp 49 Prozent werkstofflich verwertet.

Das „heilige Blechle“

Jährlich fallen in Deutschland rund eine halbe Million Altfahrzeuge an, das sind rund 500.000 Tonnen. Diese werden in über 1.000 anerkannten Demontagebetrieben und rund 50 anerkannten Schredderanlagen recycelt.

Im Jahr 2015 erfolgte für 87,7 Prozent des Gewichts der Altfahrzeuge ein Recycling und für 95,8 Prozent eine Verwertung, das heißt entweder recycelt oder energetisch verwertet. Damit werden die EU-Verwertungsquoten eingehalten.

Wohin mit dem Fernseher

Fast jährlich werden in Deutschland etwa 722.000 Tonnen Elektroaltgeräte gesammelt. Der weit überwiegende Teil – etwa 623.0000 Tonnen – sind Altgeräte aus privaten Haushalten.

Das entspricht 7,6 Kilogramm pro Einwohner und Jahr. Die restlichen Mengen, ungefähr 99.000 Tonnen, kommen von anderen Nutzern, wie beispielsweise Gewerbebetrieben. Jedoch stagnieren die Sammelmengen. Deutschland hat die geltende Sammelquote von 45 Prozent noch nicht erreicht. Die gesammelten Elektroaltgeräte werden zu 79,3 Prozent recycelt und, inklusive energetischer Verwertung, zu 90,3 Prozent verwertet.

Nicht in den Mülleimer

Im Jahr 2016 erfolgte für rund 223.400 Tonnen Altbatterien bestehend aus Gerätebatterien, Industriebatterien und Fahrzeugbatterien, eine stoffliche Verwertung in speziellen Recyclingverfahren. Dabei konnten etwa 188.000 Tonnen Sekundärrohstoffe, zum Beispiel Metalle wie Aluminium, Eisen, Nickel und Blei, zurückgewonnen werden. Diese Rohstoffe lassen sich im Rahmen einer Kreislaufführung erneut für die Batterie- und Akkuherstellung einsetzen. Die Masse der Altbatterien, die im Jahr 2016 durch Deponierung oder Verbrennung beseitigt wurde, betrug 93 Tonnen.

© Schwäbische Post 09.11.2018 14:22
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