Eine gute Infrastruktur

Die IHK Ostwürttemberg sieht viele Möglichkeiten, um Spitzenkräfte für die Region zu gewinnen. Auch in Sachen Ausbildung tut sie viel.

Ein Interview mit Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle.

  • Michaela Eberle

Frau Eberle, in der Industrie und im Handel hört man immer wieder, dass es noch freie Ausbildungsstellen gibt. Gilt das auch für die Region Ostwürttemberg?

Es gibt noch offene Stellen, gerade im Bereich der Gastronomie und im Handel. Viele größere Unternehmen sind oftmals gefragter, haben mehr Zulauf. Allerdings sind es die Top Ten Berufe, die jedes Jahr eine starke Nachfrage erfahren. Da wäre es gut, manchmal etwas flexibler zu sein und sich nach Alternativberufen umzuschauen, die ebenfalls den Fähigkeiten entsprechen. Ein Problem sind bei vielen Schulabgängern aber auch die Arbeitszeiten. Es ist halt nicht immer gewährleistet, dass man früh Schluss hat oder auch mal am Wochenende ran muss. Gerade kleinere Unternehmen bekommen weniger Anfragen. Dort sind die Aussichten auf einen Ausbildungsplatz besser. Viele Schülerinnen und Schülerkennen die mittelständischen Betriebe und dortigen Ausbildungsmöglichkeiten gar nicht.

Woran kann es ihrer Meinung nach liegen, dass auch immer mehr Schulabgänger eine schulische oder akademische Laufbahn einer Ausbildung vorziehen?

Das hat sich etwas gewandelt. Man merkt ein Umdenken. Auch in der Politik. Gerade hier in unserer Region wird viel getan. Es gibt Kooperationen mit der Agentur für Arbeit und den Schulen. Dort wird auch versucht, die Eltern mit ins Boot zu holen. Aber man muss viel trommeln und aufklären. Denn auch die Zahl der Studienabbrecher steigt.

Wie sieht es mit dem Fachkräftemangel in der Wirtschaft und der Industrie aus?

Wir haben momentan eine Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent in der Region. Da kann man schon von Vollbeschäftigung sprechen. Doch die Unternehmen müssen einiges tun und bieten, um Mitarbeiter zu halten.

Haben Flüchtlingen bezüglich Ausbildung eine Chance oder gibt es dort Nachholbedarf?

Entscheidend ist die Sprache. Wer nicht mindestens einen B 2 Sprachkurs erfolgreich abgeschlossen hat, wird in der Ausbildung keine Chancen haben. Allerdings sind viele Unternehmen in dem Bereich sehr engagiert und, dort wo ein Flüchtling in Ausbildung ist, hört man wenig Negatives.

Was meinen Sie macht die Region aus, dass sich hier Spitzenkräfte auch von außerhalb bewerben können und sollen?

Wir sind hier in der Region gut aufgestellt, haben einen tollen Wirtschaftsstandort, wo auch die Kommunen und die Wirtschaft sehr gut funktionieren und kooperieren. Die Infrastruktur und das Standortmarketing locken zudem. Das ist auch ein entscheidender Faktor für die Familien, die eventuell nachkommen sollen. Aber wir müssen dennoch einiges dafür tun, damit es hier auch o bleibt. Wir können stolz auf unsere Region sein. Ostwürttemberg ist auch landschaftlich sehr schön, hat viel zu bieten und ist einfach lebenswert. glo

© Schwäbische Post 09.11.2018 14:24
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