Ausbildung ist wichtig

Die Kreishandwerkerschaft Ostalb mit ihren Geschäftsstellen Aalen und Schwäbisch Gmünd ist zuversichtlich trotz des stellenweisen Fachkräftemangels. Ein Interview mit Geschäftsführer Edgar Horn.
  • Edgar Horn

Herr Horn, was zeichnet ihrer Meinung nach einen guten Handwerksbetrieb aus?

Kunden erwarten heutzutage nicht nur eine fachlich korrekte Ausführung des Auftrages. Schon im Vorfeld sollte der Handwerksbetrieb eine kompetente Beratung bieten. Wichtig für den Kunden ist auch ein klares und transparentes Angebot mit den wichtigsten Daten. Die Mitarbeiter eines empfehlenswerten Handwerksbetriebes sind gut ausgebildet, kompetent und treten beim Kunden freundlich auf. Pünktlichkeit und das Einhalten von Vereinbarungen sind wichtig. Bei der starken Nachfrage nach Handwerksleistungen, die es gerade gibt, kann es schon mal möglich sein, dass es zu Verschiebungen in der Ausführung kommt. Dann sollte eine rechtzeitige Info ergehen.

Steuert das Handwerk auf einen Fachkräftemangel hin?

Wir steuern nicht darauf zu, sondern das ist harte Realität. Das Nahrungsmittelhandwerk und die Bauberufe suchen besonders nach Fachkräften und Auszubildenden. Dennoch beginnen bei uns im Ostalbkreis ca. 550 Jugendliche pro Jahr eine Ausbildung im Handwerk. Das waren vor einigen Jahren noch mehr. Der demografische Wandel ist aber auch bei uns angekommen und die geringeren Abgangszahlen der allgemeinbildenden Schulen machen sich bemerkbar. Die Handwerksbetriebe tun viel, um die aufwendig ausgebildeten Fachkräfte im Handwerk zu halten. Gerade unser Wirtschaftszweig hat die Möglichkeit, flexible Lösungen anzubieten, um die Attraktivität des Arbeitsplatzes zu verbessern.

Welche Maßnahmen ergreift die Kreishandwerkerschaft, um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern?

Die Ausbildung bleibt nach wie vor die wichtigste Stellschraube um für die Zukunft genügend Fachkräfte zu haben. Wichtig ist meines Erachtens, dass man das Potenzial der möglichen Azubis erweitert. Neben den Personen, die bei uns zugewandert sind wäre es schön, wenn Mädchen häufiger Handwerksberufe ergreifen würden. Hier gibt es aufseiten der Betriebe wie auch aufseiten der potentiellen Auszubildenden noch viel Potenzial.

Wie sieht allgemein die Struktur des Handwerks im Ostalbkreis aus?

Die Innungen und die Kreishandwerkerschaft bilden eine starke Gemeinschaft vor Ort. In der Kreishandwerkerschaft Ostalb sind die Innungen und Innungsfachbetriebe zusammengeschlossen. Die Kreishandwerkerschaft mit den Geschäftsstellen Aalen und Schwäbisch Gmünd ist Dienstleister und Vertretung der angeschlossenen Handwerksbetriebe.
     Zur Zeit betreuen wir 28 Innungen und gut 1000 freiwillig organisierte Innungsfachbetriebe. In überregionalen Innungen sind weitere gut 300 Betriebe organisiert. Über 1500 Auszubildende werden in den Fachbetrieben der unterschiedlichsten Branchen ausgebildet. Ca. 13 Prozent der Erwerbstätigen und 25 Prozent aller Auszubildenden im Ostalbkreis sind im Handwerk tätig. glo

© Schwäbische Post 09.11.2018 14:24
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