Rheuma - und trotzdem arbeiten

Gesundheit Ein Leben mit der Krankheit bringt Einschränkungen mit sich: Das wirkt sich häufig auch auf den Job aus. Seinen Beruf an den Nagel hängen, muss man aber nicht.
  • Foto: Christin Klose/dpa-mag

Oft könne der Arbeitsplatz so umgestaltet werden, dass man seine berufliche Tätigkeit weiterhin ausüben kann, erklärt Marion Rink vom Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband in Bonn.

Arbeitgeber sind sogar gesetzlich verpflichtet, im Rahmen ihrer betrieblichen Möglichkeiten kranken Beschäftigten die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Wer etwa im Büro arbeitet und an einer in den Finger- und Handgelenken auftretenden Rheumatoiden Arthritis leidet, dem kann eine besondere Computertastatur samt Maus helfen.

Arbeitnehmer mit rheumatischen Beschwerden sollten so früh wie möglich das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten suchen, rät Anette Wahl-Wachendorf vom Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Dabei ist selbstbewusstes Auftreten wichtig: Auf die eigenen Stärken hinweisen und gleichzeitig auf berufliche Reha-Möglichkeiten aufmerksam machen.

Zuschüsse für Investitionen

Generell sind nahezu alle Berufe für Rheumatiker geeignet.

Anette Wahl-Wachendorf VDBW

Mitunter sind betriebsgebundene Umbauten wie Auffahrrampen, automatische Türen, Treppenlifte oder barrierefreie Sanitäranlagen nötig. Oft werden Arbeitgebern für solche Investitionen vom Integrationsamt der jeweiligen Kommune Zuschüsse bewilligt, so Rink.

Auch viele Jüngere leiden unter Rheuma. Welche Grenzen sind ihnen im Berufsleben gesetzt? „Generell sind nahezu alle Berufe für Rheumatiker geeignet“, sagt Wahl-Wachendorf. Wenig förderlich sind Kälte, Erschütterungen am Arbeitsplatz - etwa als Arbeiter auf einer Baustelle - oder das Heben von Lasten.

Wenn eine Tätigkeit nicht mehr möglich ist, können Beschäftigte oft innerhalb der Firma wechseln. So kann etwa die Arzthelferin, die ihre Finger nicht mehr so gut bewegen kann und Probleme beim Blutabnehmen hat, am Empfang arbeiten. Gegebenenfalls kommt eine Weiterbildung oder eine Umschulung infrage. Auch dafür gibt es von der Rentenversicherung oder von der Arbeitsagentur Unterstützung. dpa

© Schwäbische Post 09.11.2018 16:42
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