150 Jahre stationäre Behandlung

Im Jahre 1868 und somit vor 150 Jahren wurde in Ellwangen auf dem Gelände der heutigen St. Anna-Virngrund-Klinik ein Bezirks-Krankenhaus zur ortsgebundenen, klinischen Krankheitsversorgung der Bevölkerung eröffnet.
  • Dieses alte Postkartenmotiv zeigt das erste, und im Jahre 1868 vor den Toren der Stadt Ellwangen eröffnete Krankenhaus zur stationären Versorgung der Bevölkerung. Foto: Landratsamt
  • Auf dem Luftbild ist die im Zeitraum 1995 bis 2012 und innerhalb von vier Bauabschnitten errichtet St. Anna-Virngrund-Klinik Ellwangen zu sehen. In der Bildmitte im Hintergrund ist das ehemalige Ellwanger Gefängnis zu erkennen. Foto: Landratsamt/Thomas Siedler

Ellwangen. Schon im Frühmittelalter gaben die Klöster jene Bedürftigen, die an ihre Klosterpforte klopften, Almosen. Neben der Verköstigung von Armen gehörte auch die Unterbringung von Pilgern zum Dienst der Caritas. Um die Klosterruhe zu wahren, entstanden im Laufe der Zeit außerhalb der Klostermauern eigens für diesen Zweck geschaffene Gebäude, die so genannten Spitäler.

Aus den Spitälern entwickelten sich mit den Hospitälern Einrichtungen, in denen auch Kranke aufgenommen wurden. Menschen mit ansteckenden Krankheiten, wie Lepra, wurden außerhalb der Städte in so genannten Siechen- und Leprosenhäuser untergebracht.

In der Ellwanger Geschichte ist erstmals im 12. Jahrhundert ein Spital, beziehungsweise dessen Verwalter belegt. Ein Armen- und Siechenhaus bestand im Bereich des heutigen Alamannenmuseums in der Haller Straße. Die Stiftung des „Hospitals zum Heiligen Geist“ wird ebenfalls auf das einstige Spital zurückgeführt.

Das Bezirks-Krankenhaus

Im 19. Jahrhundert wurden mit den Krankenhäusern die ersten stationären Einrichtungen zur reinen ortsgebundenen, medizinischen Versorgung gebaut.

So wurde im Jahre 1868 – oberhalb der heutigen Marienpflege an der nach Dalkingen führenden Straße – für den damaligen Oberamtsbezirk Ellwangen ein „Bezirks-Krankenhaus“ errichtet.

Mit der Eröffnung des Krankenhauses wurde zwischen der Hospitalverwaltung und den Franziskanerinnen aus Biberach (heute Reute) ein Vertrag über die Besorgung des Haushalts und der Krankenpflege geschlossen.

Zwischen 1877 und 1918 wurde das Krankenhaus mehrmals erweitert. Im Jahre 1947 wurde das Waldkrankenhaus Dalkingen als Außenstelle für Tbc-Erkrankte eröffnet. In den Jahren 1957 bis 1963 wurde das bis Mitte der 1990er Jahre bestehende Kreiskrankenhaus gebaut.

Virngrund-Klinik seit 1995

Ab dem 1. Januar 1995 firmierte das Krankenhaus als Virngrund-Klinik Ellwangen. Im Zuge der Fortschreibung des Krankenhausplans des Landes Baden-Württemberg wurde die einstige Ellwanger Frauenklinik St. Anna zum 1. Januar 2007 in die Virngrund-Klinik integriert. Das heutige Erscheinungsbild der St. Anna-Virngrund-Klinik ist im Zeitraum 1995 bis 2012 entstanden.Franz Rathgeb

© Schwäbische Post 04.12.2018 16:38
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