Effektives Management von privater Überschuldung

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Deutschland geht es gut. Die Wirtschaft wächst kontinuierlich, die Arbeitslosenquote sinkt und der Staatshaushalt hat ein historisches Rekordhoch erreicht. Nichtsdestotrotz leben auch hierzulande sehr viele Menschen, die sich privat verschuldet haben. Diese Tendenz besteht trotz einiger Schwankungen bereits seit Jahrzehnten, seit 2014 ist die Überschuldung von Privatpersonen jedoch konstant gestiegen. Dabei beschränkt sich dieses Problem bei Weitem nicht nur auf die unteren sozialen Gruppen, sondern findet sich zunehmend auch in der Mittelschicht und insbesondere im Westen Deutschlands. Zwar liegen die Ursachen hauptsächlich bei Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung, jedoch tragen auch inadäquates Konsumverhalten und eine unangemessene Haushaltsführung zu der Überschuldung von Privatpersonen bei. Während die erstgenannten Bedingungen meist extern verursacht und somit nicht kontrolliert werden können, haben Privatpersonen zumindest einen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit ihrer Haushaltsführung. Dieser Artikel zeigt einige Maßnahmen auf, um aus eigener Kraft oder mit Unterstützung aus der Verschuldung herauszukommen.

Strenge Überprüfung der Einnahmen und Ausgaben

Es klingt zwar banal, doch es ist das wichtigste Mittel im Kampf gegen die Schulden und sollte daher auch konsequent durchgeführt werden: eine Gegenüberstellung der eigenen Einnahmen und Ausgaben. Dabei sollte besonders darauf geachtet werden, welche festen monatlichen und jährlichen Ausgaben anfallen, beispielsweise in Form von Miete oder Versicherungsbeiträgen, und welche variablen Kosten für die monatliche Lebenshaltung entstehen. Insbesondere bei Letzteren bieten sich Einsparpotentiale, da sich vor allem auch die kleinen täglichen Ausgaben summieren. Durch den Verzicht auf den einen oder anderen morgendlichen Kaffee lässt sich so ein Teil der Haushaltsschulden tilgen.

Erste-Hilfe bei Zahlungsunfähigkeit

Spätestens, wenn die Zahlungsunfähigkeit droht, sollten Personen mit Haushaltsschulden ein Darlehen in Erwägung ziehen. Neben klassischen Filialbanken bieten auch Kreditportale im Internet die Möglichkeit, rasch an notwendige Geldsummen zu gelangen. Dank eines unkomplizierten Kreditantrags, schneller Auszahlung und niedrigen monatlichen Raten kann ein Kredit mittelfristig für finanzielle Erleichterung sorgen. Manche Online Kreditportale bieten eine kostenlose Beratung an, um Interessenten über die jeweiligen Konditionen zu informieren. Zusätzlich sollten sich verschuldete Haushalte an eine Schuldnerberatungsstelle wenden, die beispielsweise von Wohlfahrtsverbänden, Verbraucherzentralen oder Kommunen angeboten werden. Für die schwereren Fälle kann durchaus eine anwaltliche Schuldnerberatung in Erwägung gezogen werden, da diese im äußerten Notfall auch die Privatinsolvenz regeln und die anschließende Wohlverhaltensphase begleiten können.

Augen auf und durch

Da eine Schuldenfalle im Laufe seines Lebens jeden Menschen einmal treffen kann, schadet es nichts, sich auch ohne direkten Bezug mit dem Thema auseinandersetzen. So können womöglich präventive Maßnahmen ergriffen werden, um gar nicht erst in eine prekäre finanzielle Situation zu geraten. Befindet eine Person sich jedoch bereits in einer vertrackten monetären Lage, so sollte sie die Augen vor dem Problem keinesfalls verschließen. Stattdessen sollte es offen angegangen werden – zum Beispiel, indem diese kurz zusammengefassten Tipps berücksichtigt werden: Schuldner sollten sich zunächst einen Haushaltsplan erstellen, um ihr eigenes Konsumverhalten zu überdenken und so langfristig einzusparen. Wenn dies nicht mehr hilft – etwa, weil die Schulden bereits zu groß sind oder die misslichen Lebensumstände gänzlich außerhalb der eigenen Kontrolle liegen – sollte zügig professionelle Hilfe konsultiert werden. Dies kann in Form von Schuldnerberatungen, anwaltlicher Unterstützung oder durch die Aufnahme eines Kredits geschehen. So lässt sich größeres Übel noch rechtzeitig abwenden.

© Schwäbische Post 20.02.2019 14:45
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