Finanzieren mit Kleinkredit - Finanztipps für private Kreditnehmer

Ob Erstausstattung für den Nachwuchs, Ersatz für den reparaturbedürftigen Gebrauchtwagen oder Austausch defekter Küchengeräte durch energieeffiziente Alternativen: Es gibt gewisse Investitionen, die sich nicht vermeiden lassen und zum Bewerkstelligen des Alltags erforderlich sind. Wenn das Ersparte nicht ausreicht, kann ein Kredit eine sinnvolle Lösung zur Finanzierung notwendiger Anschaffungen sein. Was bei einem Konsumentenkredit wichtig ist, erfahren Verbraucher nachfolgend.

Informatives zum Konsumentenkredit

Bei einem Konsumentenkredit handelt es sich um einen klassischen Ratenkredit. Die Rückzahlung erfolgt in monatlichen Raten. Kreditnehmer sind größtenteils Privatpersonen, die für Konsumausgaben Fremdkapital benötigen. Die Höhe des Kredits beträgt in der Regel maximal 50.000 Euro. Laufzeiten zwischen sechs Monaten und sechs Jahren sind üblich. Anders als bei einem Baukredit, bleibt der Sollzins über die Laufzeit hinweg gleich. Da es sich beim Verwendungszweck häufig um Konsumgüter handelt, gibt es für diese Art von Kredit verschiedene Bezeichnungen. Darunter:

  • Wunschkredit
  • Kleinkredit
  • Persönlicher Kredit
  • Privatkredit
  • Autokredit
  • Sofortkredit

Konsumentenkredite werden nicht nur von Kreditinstituten vergeben. Auch Händler kommen als Geldgeber in Frage. Allerdings sind Händlerkredite oft zweckgebunden. Anbieter von Konsumgütern nutzen Konsumentenkredite als absatzförderndes Mittel. Nicht selten werden alternativ Null-Prozent-Finanzierungen präsentiert, um die potenzielle Kundschaft vom Kauf zu überzeugen. Statt die Anschaffungskosten in voller Höhe sofort parat haben zu müssen, wird das Konsumgut in Raten bezahlt. Bei Bankkrediten wird meist auf die Zweckbindung verzichtet, sodass das Fremdkapital zur freien Verfügung steht.

Neben Geldinstituten und Händlern sind private Anleger eine weitere Option zur Beschaffung von Fremdkapital. Diese Kreditform macht sich das sogenannte Crowdlending-Prinzip zunutze. Der englische Begriff Crowdlending setzt sich aus „crowd“ und „lending“ zusammen, was sich im Deutschen mit „Menschenmenge“ und „Leihe“ beziehungsweise „Kreditvergabe“ übersetzen lässt. Statt Banken leihen hierbei private Anleger dem Kreditsuchenden die gewünschte Summe. Um beide Parteien zusammenzubringen und die Kreditvergabe so einfach wie möglich zu gestalten, haben sich in den vergangenen Jahren diverse Internetplattformen entwickelt. Die Betreiber treten mit ihrem Onlineangebot als Kreditvermittler auf, einer der bekanntesten ist auxmoney. Auf dessen Internetpräsenz können Verbraucher mit geringem bürokratischen Aufwand Sofortkredite mit Laufzeiten von bis zu 84 Monaten anfragen. Mit welchem Zinssatz zu rechnen ist, erfahren Kreditsuchende innerhalb kurzer Zeit. Das System ermittelt dies über verschiedene Bonitätsfaktoren. Laut eigenen Angaben der Plattform werden 50 Prozent der angefragten Privatkredite innerhalb von zwei Stunden finanziert. Die Kreditanfrage bei auxmoney.com ist kostenlos, unverbindlich und hat keinen Einfluss auf den Schufa-Score. Onlinekredite dieser Art haben den Vorteil, dass auch Konsumenten eine realistische Chance auf eine Zusage haben, die bei Kreditinstituten mit einer Ablehnung rechnen müssen wie beispielsweise Verbraucher ohne positive Schufa. Der Schufa-Score ist bei privaten Onlinekrediten eines von vielen Bonitätsmerkmalen und nicht allein entscheidend bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit der Antragssteller.

Vergleichen und von Zinsersparnis profitieren!

Worauf Verbraucher nie verzichten sollten, ist ein Kreditvergleich. Die Gegenüberstellung der Konditionen gelingt heute komfortabel mit Hilfe unabhängiger Vergleichsportale. Statt sich stundenlang mit den Angeboten zahlreicher Banken und Kreditvermittlern auseinandersetzen und einzeln Anfragen versenden zu müssen, geben Verbraucher bei einem Vergleichsportal die elementaren Kreditfaktoren wie Nettokreditbetrag, Laufzeit und Monatsrate ein. Anschließend ermittelt das System verfügbare Angebote und listet diese übersichtlich auf. Über den effektiven Jahreszins gelingt der Vergleich der individuellen Konditionen schnell und unkompliziert. Optionen von Kreditvermittlungen werden, abhängig vom Vergleichsportal, ebenfalls in die Gegenüberstellung einbezogen, sodass Verbraucher einen guten Überblick erhalten. Zu den führenden Vergleichsportalen zählen Verivox, Check24 und Finanzcheck. Einen möglichst objektiven Eindruck erhalten Kreditsuchende, in dem sie mehrere Vergleichsportale zurate ziehen.

Schufa-Einträge prüfen!

Da bei Kreditanfragen über einen Scorewert ermittelt wird, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Kreditsuchender kreditwürdig ist beziehungsweise seine Kreditschuld vollständig tilgen kann und Schufa-Einträge hierbei maßgeblich sind, ist es ratsam diese Einträge auf Korrektheit zu prüfen. Werden Fehler entdeckt, ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) verpflichtet, diese zu korrigieren. Unter anderem wäre es denkbar, dass bereits getilgte Kredite noch nicht gelöscht wurden oder Daten unvollständig sind. Im schlechtesten Fall sorgen falsche Schufa-Einträge dazu, dass Banken Verbraucher als nicht kreditwürdig einstufen. Jeder Verbraucher kann Einsicht in seine hinterlegten Schufa-Daten über die sogenannte Datenkopie (Schufa-Selbstauskunft) verlangen. Stimmt etwas nicht, ist dies der Auskunftei mitzuteilen. Die Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO ist unter meineschufa.de kostenlos bestellbar.

Realistisch kalkulieren!

Bevor Kreditanfragen gestellt werden, sollten Verbraucher ihre Finanzen kritisch begutachten und potenzielles Sparpotenzial ermitteln. Womöglich lassen sich die monatlichen Ausgaben durch Kündigung unnötiger Versicherungen, Tarifwechsel (z. B. Strom, Telefon, Internet) oder einen sparsameren Lebensstil senken, um mehr für die Tilgung des Kredits aufzubringen. Sollte es zeitlich machbar sein, ist es empfehlenswert die Kreditaufnahme einige Monate hinauszuzögern und die potenzielle Rate auf ein Spar- beziehungsweise Tagesgeldkonto einzuzahlen. Mit dieser Strategie lässt sich kurzfristig prüfen, ob der Betrag realistisch eingeschätzt wurde und im Alltag tatsächlich zu stemmen ist. Um einer Schuldenfalle zu entgehen, ist die realistische Berechnung der monatlichen Rate entscheidend. Der Betrag muss mit dem monatlichen Einkommen vereinbar sein. Steht fest, welche Monatsrate über einen längeren Zeitraum gezahlt werden kann, ist die Ermittlung der Laufzeit der nächste Schritt. Wie lang kann auf den monatlichen Betrag verzichtet werden, um unnötige Risiken zu meiden? Steht dies ebenfalls fest, wird anhand von Laufzeit und Monatsrate die Kreditsumme berechnet. Diese Reihenfolge beugt finanziellen Engpässen vor. Wählen Konsumenten die Kreditsumme als Ausgangsgröße, besteht die Gefahr, dass mehr Fremdkapital bezogen wird, als das Einkommen zulässt. Nicht selten wird bei einer zu hohen Kreditsumme die Laufzeit gestreckt, wodurch mehr Zinsen zu zahlen sind und die Kreditkosten insgesamt steigen.

Keine Restschuldenversicherung abschließen!

Viele Kreditangebote umfassen Versicherungspakete mit Restschuldenversicherung. Häufig haben Verbraucher dies in der Vergangenheit nicht rechtzeitig erkannt, weil die Informationen hierzu lediglich im Kleingedruckten zu finden waren. Bei Vergleichsportalen ist das heute größtenteils besser gelöst und der Nutzer wird aufgefordert, sich für oder gegen die Restschuldenversicherung zu entscheiden. Diese Versicherung ist bei kleineren Konsumentenkrediten teuer und von zahlreichen Ausschlusskriterien geprägt.

Ergänzende Tipps zum Bilden von Rücklagen wurden in einem separaten Beitrag zur Haushaltskasse thematisiert.

pixabay.com Bildquelle / PublicDomainPictures

© Schwäbische Post 29.04.2019 15:47
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