„Er hat einfach weitergeschossen“

Ein 28-jähriger Mann tötet zwölf Menschen in einer Disco in Kalifornien. Das Motiv ist unbekannt.
  • Überlebt: Zwei Gäste der Bar verlassen den Tatort. Foto: Mark J. Terrill/AP/dpa
Ein 28-jähriger Ex-Soldat hat in einer Disko-Bar in Kalifornien zwölf Menschen erschossen, zahlreiche wurden verletzt. Er selbst wurde später tot in dem Lokal gefunden. Eine Barbesucherin sagte, er habe sich selbst erschossen.

Die Disco „Borderline Bar and Grill“ in Thousand Oaks nahe Los Angeles war von rund 500 Menschen besucht, die zu einer „College Country Nacht“ gekommen waren, vor allem von jungen Leuten über 18. Plötzlich ging ein Mann auf den Eingang zu, ganz in Schwarz gekleidet und mit einer Sturmmaske über dem Kopf, sagten Überlebende.

Er schoss den Türwärter nieder, ging zur Rezeption und schoss auf die junge Kassiererin hinter dem Tresen, dann ging er hinein und schoss auf die Leute auf der Tanzfläche, dabei warf er eine oder mehrere Rauchbomben in den Saal.

Mindestens 30 Schüsse habe der Mann abgegeben, berichteten Überlebende dem „Ventura County Star“. „Er hat einfach weitergeschossen“, sagte ein Mann dem Sender ABC. Eine junge Frau sagte: „Die Leute haben mit Stühlen die Fenster eingeschlagen, um rauszukommen.“

Der Sheriff Ron Helos und ein Verkehrspolizist, die in der Nähe waren und von den Notrufen hörten, eilten in die Bar. Der Sheriff wurde im Feuergefecht von mehreren Schüssen getroffen; sein Kollege zog ihn aus der Bar, aber Helos starb wenig später im Krankenhaus.

Drei Minuten nach den ersten Notrufen seien Polizisten an dem Lokal eingetroffen, sagte ein Sprecher des Sheriff-Büros in Ventura County. Sie hätten in dem Lokal elf tote Gäste gefunden, ebenso den toten Schützen. Mehr als ein Dutzend anderer Gäste sei mit Verletzungen aus dem Haus gebracht worden, viele hätten sich selbst gerettet.

Das Motiv des Schützen war zunächst völlig unklar. Er hatte nach bisherigen Erkenntnissen eine einzige Waffe dabei, eine Glock 21 .45-Pistole, die er der Polizei zufolge legal besaß. Ebenfalls legal zu kaufen gewesen sei das erweiterte Magazin an der Pistole, das mehr Kugeln aufnehmen kann als das übliche.

Der Ex-Soldat Ian David Long war der Polizei bekannt, sagte Sheriff Geoff Dean. Er sei nach einigen Vorfällen psychiatrisch untersucht, aber als ungefährlich eingestuft worden. dpa/afp/ema
© Südwest Presse 09.11.2018 07:46
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