Autopanne im Outback: Familie stirbt

Ein junges Paar und zwei Kinder verdursten im australischen Hinterland. Immer wieder gibt es dort Todesfälle.
Rote Erde, stacheliges Spinifex-Gras, ein astralblauer Himmel: Das idyllische Bild des Outbacks könnte nicht trügerischer sein – denn es gehört zu den menschenfeindlichsten Regionen der Welt. Immer wieder kommen dort Menschen aufgrund der harschen Bedingungen ums Leben – in der erbarmungslosen Hitze, die auf eine Landschaft brennt, die wenig Schutz vor den Elementen bietet.

Auch jetzt haben diese menschenfeindlichen Bedingungen wieder Opfer gefordert: Ein junges Paar und ihr dreijähriges Kind sind in Zentralaustralien tot in der Nähe ihres kaputten Autos aufgefunden worden. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von Willowra, rund 300 Kilometer nordwestlich von Alice Springs entfernt.

Zunächst hatte man an einen Verkehrsunfall geglaubt, doch die junge Familie scheint Opfer der harschen Bedingungen des australischen Outbacks geworden zu sein. Ein zwölfjähriger Junge, der mit der Familie im Auto gewesen sein soll, wurde zunächst vermisst. Er wurde später ebenfalls tot aufgefunden. Die Familie war vor fünf Tagen aufgebrochen und hatte nach der Panne das Auto offensichtlich verlassen.

Tod durch Dehydrierung

Die aktuellen Todesfälle sind bereits der dritte tragische Vorfall im Outback innerhalb von nur zwei Wochen. Die Extremtemperaturen haben am vergangenen Wochenende auch einem erfahrenen Motorradfahrer in Westaustralien das Leben gekostet. Der 31-Jährige war in der abgelegenen Kimberley-Region nach einer Panne vermutlich ebenfalls aufgrund schwerer Dehydrierung gestorben. Obwohl der Mann laut Medienberichten Wasser, Lebensmittel und sogar eine Campingausrüstung bei sich hatte, scheint ihm die Gluthitze im Nordwesten Australiens zu sehr zugesetzt zu haben.

Erst am letzten Oktoberwochenende war auch ein 27-Jähriger beim Wandern im Nationalpark Kalbarri ums Leben gekommen. Auch in seinem Fall wird Dehydrierung aufgrund der hohen Temperaturen in der Region vermutet. Seine Freunde, die mit ihm unterwegs waren, konnten ihn nicht retten, nachdem er während der Wanderung zusammengebrochen war.

Auch Urlauber unterschätzen die Extrembedingungen im Outback immer wieder. So starb im vergangenen Jahr ein deutsches Ehepaar bei einer Wanderung in der idyllischen Trephina Schlucht, etwa 85 Kilometer östlich von Alice Springs. Auch in ihrem Fall wurde vermutet, dass der 76-jährige Mann und die 73-jährige Frau der australischen Hitze zum Opfer gefallen waren.

Barbara Barkhausen
© Südwest Presse 09.11.2018 07:46
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