Astro-Alex bricht den Rekord im All

Er ist der wohl beliebteste Astronaut, erster deutscher Chef der ISS und auch deren längster ESA-Gast.
Der Künzelsauer Astronaut Alexander Gerst (42) ist nicht nur der erste deutsche Kommandant auf der Internationalen Weltraumstation. Er ist jetzt auch der Deutsche mit der längsten Weltraumpraxis.

Zählt man seine beiden bisherigen Weltraummissionen zusammen, so hat Gerst heute nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) 351 Tage im All verbracht. Damit hat er den bisherigen Rekord seines Kollegen Thomas Reiter gebrochen, der in den Jahren 1995/1996 und 2006 an 350 Tagen im All gewesen war.

Somit ist Gerst auch innerhalb der Europäischen Raumfahrtagentur Esa der Astronaut mit der längsten Zeit im All. Gegen manche Kollegen ist das aber noch immer wenig, einige Russen und Amerikaner waren mehr als doppelt so lange im Weltraum.

Kollege Reiter gratuliert

„Ich freue mich für Alex von ganzem Herzen, vor allem weil ich weiß, wie viel Arbeit, Mühen und Ausdauer notwendig sind, um so eine lange Zeit im Orbit zu verbringen“, sagte der 60-jährige Reiter der Deutschen Presse-Agentur. „Seine Arbeit als Wissenschaftler, als Bordingenieur und als Kommandant ist nun untrennbar mit der Geschichte der ISS verbunden. Nicht nur wir als europäische Astronauten und Kosmonauten können stolz darauf sein.“

Nicht bekannt war gestern, ob Gerst zu seinem Rekord etwas twittern wird. Wie bei seiner ersten Mission 2014 lässt er seine Follower auf Twitter an seiner Zeit im Weltraum teilhaben – mit Bildern von der Erde und der Arbeit auf der ISS.

Am 6. Juni war Gerst zur ISS aufgebrochen. Seine Rückkehr zur Erde an Bord der Sojus-MS-09-Raumkapsel ist für den 20. Dezember geplant.

Christine Ludewig
© Südwest Presse 08.12.2018 07:45
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