Anklage sieht 97 Morde als erwiesen

Oldenburger Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft für Ex-Krankenpfleger Niels Högel.
Die Staatsanwaltschaft hat für den wegen einer beispiellosen Mordserie angeklagten ehemaligen Krankenpfleger Niels Högel eine lebenslange Haftstrafe wegen der Tötung von weiteren 97 Krankenhauspatienten gefordert. Der 42-Jährige habe aus niederen Beweggründen und teils heimtückisch gemordet, sagte Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohrmann am Donnerstag in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht im niedersächsischen Oldenburg. In drei der 100 angeklagten Fälle lasse sich eine Schuld Högels indes nicht mit der nötigen Sicherheit nachweisen.

Dem in zwei Prozessen bereits wegen mehrerer Patiententötungen zu lebenslanger Haft verurteilten Högel wird seit fünfeinhalb Monaten erneut der Prozess gemacht. Dabei geht es um zahlreiche mutmaßliche Morde aus den Jahren 2000 bis 2005, die bei späteren systematischen Ermittlungen entdeckt wurden. Högel soll Patienten auf Intensivstationen von zwei Krankenhäusern in den niedersächsischen Städten Oldenburg und Delmenhorst getötet haben.

Der frühere Krankenpfleger gestand in dem aktuellen Verfahren 43 Morde. Fünf Taten stritt er ab, an die anderen 52 Fälle konnte er sich nach eigener Aussage nicht erinnern. Das Urteil soll am 6. Juni fallen. afp
© Südwest Presse 17.05.2019 07:46
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