Live-Hörspiel

„Reise in die gute alte Zeit“

Seit 40 Jahren begeistert die Reihe TKKG ihr Publikum auf Vinyl, Kassette und CD. Jetzt gehen die Sprecher mit einem neuen Fall auf Tournee.
  • Sie stecken hinter den Stimmen von TKKG, und sie sind jetzt auch auf der Bühne zu erleben: (von links) Manou Lubowski, Rhea Harder-Vennewald, Sascha Draeger und Tobias Diakow. Foto: Stefan Hoyer
Tim, Karl, Klößchen und Gabi: Mit diesen Namen verbinden Generationen Kindheitserinnerungen. Die vier Anfangsbuchstaben stehen für die Protagonisten der Jugendbuch- und Hörspielreihe TKKG, in der seit 40 Jahren abenteuerliche Geheimnisse gelöst werden. Zum runden Geburtstag bekommt TKKG eine Hörspieltournee geschenkt. Die Sprecher, die ihre Charaktere seit 40 Jahren verkörpern, lösen ihren neuesten Fall live vor Publikum.

Was ist für Sie das Besondere an der Marke TKKG?

Sascha Draeger: TKKG bedeuten für viele Menschen Kindheitserinnerungen – es ist wie eine Reise in die gute alte Zeit. Die spannenden, gemütlichen Abende zuhause im Kinderzimmer haben sich viele durch TKKG ins Erwachsenenalter quasi herübergerettet. TKKG ist aber nicht nur für Erwachsene da, sondern auch für die nachfolgenden Generationen.

Manou Lubowski: Für mich steht TKKG für Langlebigkeit. Die Vier sind eine Gruppe, mit der man gerne befreundet sein möchte. Jeder findet bei den TKKG seinen Widerpart, dadurch werden viele Menschen vereint.

Hat sich TKKG im Lauf der Jahrzehnte verändert?

Draeger: Der Kern ist zwar gleich geblieben, hat sich jedoch auch an die moderne Zeit angepasst. In den 80ern hatte man ein anderes Frauenbild. Gabi ist heute ein absolut gleichberechtigtes Mitglied. Es bleiben aber vier Freunde, die zusammen Abenteuer erleben, Verbrecher zur Strecke bringen und Kriminalfälle lösen.

Lubowski: Das Schöne an TKKG finde ich das Beständige. Wir sind uns treu geblieben, zum Beispiel fängt Klößchen nicht auf einmal damit an, Sport zu treiben und zum Athleten zu werden. Das würde auch gar nicht funktionieren.

Wie kam es zur Idee, TKKG live vor Publikum zu lesen?

Draeger : Wir sind nicht die Ersten, unsere Freunde von den „Drei???“ machen das schon lange. Wir hatten einen ersten Live-Abend in Hamburg und dachten, es wäre doch toll, das durch die ganze Republik zu tragen. Im Grunde war es den Fans geschuldet. Viele haben gefragt, warum kommt ihr nicht mal zu uns?

Was ist live vor Publikum anders als im Studio?

Draeger: Es ist insoweit ähnlich wie im Studio, dass wir alle vier zusammen sind. Hinzu kommt etwa unser Geräuschmacher, der quasi gleichzeitig mit uns die Umwelt zum Leben erweckt. Außerdem lesen wir das ganze Stück ohne Unterbrechung. Und im Studio haben wir logischerweise keine Zuschauer.

Lubowski: Für die Zuschauer ist es faszinierend, die Stimmen, mit denen sie aufgewachsen sind, live zu hören und uns zu sehen. Viele bekommen das im ersten Moment gar nicht zusammen. Das Publikum beeindruckt auch das Spiel zwischen uns und dem Geräuschmacher, dem geheimen Star unserer Live-Tournee.

Welche Zielgruppen wollen Sie mit Ihrer Live-Tournee ansprechen?

Lubowski : Das kann die Großmutter mit den Enkeln sein oder der Vater mit seinem Kind. Meine Frau zum Beispiel schläft mit TKKG ein, so dass ich mich zum Einschlafen oft selber hören muss.

Draeger: Wir haben aus den Vorverkäufen gehört, dass Leute, die schon Enkelkinder im TKKG-Alter haben könnten, häufig ein großes Kontingent an Karten gekauft haben. Wir gehen davon aus, dass zum Teil drei Generationen einer Familie zu dem Live-Hörspiel kommen werden.

Worauf können sich die Hörer in der neuen Folge freuen?

Draeger: Die vier Freunde machen eine Radtour. Auf einer der letzten Etappen kommen sie in ein sehr einsames, geheimnisvolles Dorf. Dort geht es jedoch anscheinend nicht mit rechten Dingen zu. Die Folge wird, das können wir schon mal verraten, ein bisschen gruseliger als die anderen.

Mehr wollen Sie jetzt wohl nicht verraten?

Draeger: Wir sagen jetzt nicht, wer der Mörder ist.

Lubowski: Einen Mörder wird's bei uns wahrscheinlich nie geben, aber wer der Böse ist, soll jetzt nicht verraten werden.

Wie verändert sich die Nutzung von TKKG?

Draeger: Die Geschichten, Figuren und die Marke verändern sich von der Grundidee eigentlich gar nicht. Am Anfang wurden wir auf Platte gekauft, dann auf Kassette, dann auf CD. Heute werden wir fast nur noch gestreamt, über Portale wie Spotify.

Man könnte also sagen: Die Plattform ändert sich, aber der Kern der Geschichte ist zeitlos?

Lubowski: Ja genau, weil es um Freundschaft geht. Freundschaft ist universell und wird immer transportierbar sein.

Wird es die TKKG in 10 oder 15 Jahren noch geben?

Lubowski: In unserem Studio gibt es einen Lift, ich kann also mit dem Rollstuhl reingeschoben werden. Solange die Fans uns hören wollen, wird es TKKG auch geben.

Draeger: Nach zehn Jahren hatte keiner erwartet, dass es uns solange geben wird. Dann waren es 20 Jahre, dann 30, jetzt sind es 40 Jahre. Warum sollen wir nicht 50 Jahre anpeilen? Das halbe Jahrhundert machen wir auf jeden Fall noch voll.
© Südwest Presse 15.08.2019 07:45
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