Mobilität

Die Auto-Flüsterer

  • Ein Zustellroboter der japanischen Post fährt selbstständig eine Straße entlang. Foto: Foto:kyodo/dpa
Quizfrage: Mit wem sprechen vierzig Prozent der Deutschen regelmäßig? Mit ihrem Lebenspartner, ihrem Haustier oder ihrem Auto? Wer jetzt auf Auto getippt hat, liegt im Land der unbegrenzten Fahrfreude natürlich richtig. Dass ein Viertel der Besitzer ihrem Gefährt auch gleich noch einen Namen gibt, verwundert da schon nicht mehr. Die Faustregel laute: Je kleiner und billiger, desto häufiger erhält der vierrädrige Lebensgefährte einen Namen.

Schade nur, dass im Auto-Land Deutschland nicht erhoben wird, wie viele Menschen ihr Fahrrad, ihre Waschmaschine oder – ganz modern – ihren Staubsaug-Roboter taufen und mit ihm sprechen. Gerade diese kleinen Gesellen, die munter durchs Haus flitzen und die Katze zu panischen Luftsprüngen treiben, eignen sich hervorragend, um die Sorgen des Alltags mit ihnen zu teilen, sie zu umsorgen („Deine Batterie sieht heute gar nicht gut aus, Putzi“) oder zu erziehen („Hast Du die Ecke wieder nicht richtig geputzt“).

Wie soll das erst werden, wenn auch unsere Autos als kleine Knutschkugeln vollautomatisch um die Ecken flitzen? „Hast Du wieder das böse Eichhörnchen überfahren, Du kleiner Racker, Du“ ist da noch die harmloseste Variante. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen Robotern gegenüber starke Gefühle entwickeln können. Was auch immer der technische Fortschritt bringt: Den Auto-Flüsterern gehört die Zukunft. Ulrike Sosalla
© Südwest Presse 14.02.2019 07:46
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