Schwerer Fall von Quasselfieber

  • Wozu ein smarter Kühlschrank alles gut sein kann. Eine junge Britin nutzte ihn zum Twittern. Foto: © metamorworks/Shutterstock.com
Das Schönste am Internet ist, dass es keine Quasselbremse kennt, dass es eine unendliche Weite ist, die mit immer mehr Zeugs gefüllt werden kann. Wer was sagen, schreiben oder drehen will, findet immer noch ein Plätzchen – er oder sie braucht dazu nur ein Smartphone (oder Schlautelefon, wie manche es beharrlich nennen). Herrlich.

Doch auch diese Herrlichkeit hat ihre Schattenseiten. Manch einem Digitalmenschen erscheinen fünf Minuten ohne posten oder twittern wie ein fürchterliches Purgatorium. Wissenschaftler sprechen dann von Quasselfieber. Dessen Symptome lassen sich bestens an der 15-jährigen Dorothy diagnostizieren, deren Smartphone in den vergangenen Tagen mehrfach von ihrer Mutter aus unbekannten Gründen beschlagnahmt worden war.

Das Quasselfieber, das bei ihr den Drang hervorruft, unentwegt Tweets über die US-amerikanische Sängerin Ariane Grande abzusetzen, war damit nicht geheilt. Zunächst nutzte das Mädchen ihre Wii-Spielkonsole, um weiter zu twittern. Als die Mutter auch diese noch beschlagnahmte, blieb Dorothy nur der Gang zum Kühlschrank. Nicht etwa, um zur Linderung der Quasselfieber Symptome einen ganzen Becher Eiscreme zu verschlingen. Nein, sie nutzte das hochmoderne, ans Internet angeschlossene Gerät, um weiter zu tweeten. Ob sich die Mutter nun angesichts dieser Not erbarmt hat, ihr das Telefon zurückzugeben, blieb zunächst unklar. Guido Bohsem
© Südwest Presse 15.08.2019 07:45
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