Kretschmann will bis 2026 Ministerpräsident bleiben

Der Grünen-Politiker kündigt Kandidatur für dritte Amtszeit an. Seine Partei jubelt, die Konkurrenz gibt sich gelassen.
  • Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, begründet in einer Pressekonferenz, warum er noch einmal antritt. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will die Grünen 2021 erneut als Spitzenkandidat in die Landtagswahl führen. „Meine Leidenschaft für diese Aufgabe ist ungebrochen“, begründete er am Donnerstag seine Entscheidung. Selbstverständlich trete er für die vollen fünf Jahre an. Einen Plan, zur Mitte der Legislaturperiode abzutreten, gebe es nicht. „Mit einem solchen Plan sollte man auch nicht antreten.“ Entscheidend sei, dass man dem Amt körperlich und geistig gewachsen sei, sagte der 71-Jährige. „Den Eindruck habe ich von mir selber, dass das so ist.“

Kretschmann regiert das Land seit 2011, zunächst in einer Koalition mit der SPD, seit 2016 mit der CDU. Die Christdemokraten streben 2021 mit ihrer Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann die Rückkehr in die Regierungszentrale an. In Umfragen liegen die Grünen vorn, Kretschmann gilt als beliebtester Ministerpräsident Deutschlands. „Ich will nicht den Eindruck erwecken, als ob das jetzt gelaufen wäre, nur weil ich antrete“, warnte Kretschmann seine Partei. „Das ist kein Spaziergang.“

Eisenmann sagte, sie freue sich auf einen fairen und in der Sache harten Wettbewerb. „Klar ist: Keiner hat in einer Demokratie das Amt gepachtet.“ CDU-Generalsekretär Manuel Hagel sagte, die Grünen wollten Kretschmann „offenbar im Amt zu seinem eigenen Denkmal erstarren lassen – und er ist bereit dazu“. AfD-Fraktionschef Bernd Gögel nannte die Kandidatur eine „Zumutung“. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke äußerte Zweifel, ob Kretschmann tatsächlich im Amt bleibe „bis er 78 ist“. Sein SPD-Pendant Andreas Stoch nannte die Ankündigung der Kandidatur „wenig überraschend, aber auch wenig überzeugend“.

Dagegen sprach Grünen-Landeschef Oliver Hildenbrand von einem „guten Tag für uns Grüne und für unser Land“. Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz rief alle Parteien auf, den Wahlkampf auf das Frühjahr 2021 zu beschränken.

Leitartikel Seite 2 und Themen des Tages
© Südwest Presse 13.09.2019 07:45
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