Bucks heile Welt

Zwetschga-Datschi

  • Gerlinde Buck Foto: Christian Käsmayr
A Zwetschga-Datschi wia ausm Bilderbiachle! Auf dr Skala von ois bis zehn däd i saga: fuchzehn Punkte! En meim ganza Läba han i koin so an sauguada Kuacha gessa... Frisch ausm Ofa, aus Häfedoig, mit safdige Zwetschga ond knuschbrige Streisel... Mit ama Hauch von Zimd... Ond nadierlich mit ama ordentlicha Sahneheible oba druff! Also do kenndasch grad en da Kuachadellr neischdragga!

Die Frau am Nebentisch im Biergarten überschlägt sich gleich, ihrer Freundin, sichtlich angefixt, strömt das Wasser im Mund zusammen. Sie will auf der Stelle unbedingt auch so einen guten Kuchen haben. Wie heißt das Café? Hat es jeden Tag geöffnet? Muss man reservieren? Die haben doch hoffentlich nicht Urlaub zurzeit? Noi , sagt die Zwetschga-Datschi-Spezialistin. Dia hen letscht Woch zuagmacht. Von oim Dag auf da andra. Fr emmr. Dr Jong will des Gschäfd ned.

Sprachlos mümmelt die Freundin an ihrem Salat. Für immer?, wiederholt sie schließlich, wie betäubt. Den guten Kuchen gibt es nie wieder? So sieht's aus, sagt die Zwetschga- Datschi-Spezialistin. Des Café isch verpachtet, ond do werat jetzt Staubsauger verkauft. Scho schad. Den guada Zwetschgakuacha hädd i dir so vrgonnt!

Ach, das passt schon, sagt die Freundin nach einer Weile, wieder gefasst, und tupft sich sorgfältig das gewässerte Mündchen ab. Muss ja nicht jede auseinandergehen wie eine Dampfnudel!
© Südwest Presse 14.09.2019 07:45
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