Unterrichtsausfall trifft viele Gymnasien

Über alle Schularten hinweg findet jede elfte Schulstunde nicht regulär statt.
  • Schüler sitzen in einer Grundschule im Unterricht. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
An den baden-württembergischen Gymnasien entfällt 7,4 Prozent des Pflichtunterrichts komplett aus, an den Berufsschulen sind es 6,4 Prozent. Dagegen sind die Grundschulen mit einer Ausfallquote von 1,0 Prozent fast gar nicht betroffen. Das geht aus einer im Juni durchgeführten Erfassung des Kultusministeriums hervor. Bei Haupt- und Werkrealschulen liegt die Ausfallquote bei 4,3 Prozent, bei Realschulen bei 4,9 Prozent und bei Gemeinschaftsschulen bei 3,2 Prozent.

Über alle Schularten hinweg findet jede elfte Pflichtstunde nicht regulär statt – entweder weil sie ausfällt (4,5 Prozent) oder weil der Unterricht nur durch Vertretungen oder die Zusammenlegung von Klassen (6,5 Prozent) gesichert wird. Krankheit ist der häufigste Grund für Unterrichtsausfall, aber nicht der einzige: Im Juni finden vermehrt außerunterrichtliche Veranstaltungen statt. „Außerdem schlagen Korrekturzeiten beim Abitur sowie verschiedene Prüfungen zu Buche“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann.

Die CDU-Politikerin wertete es als positiv, dass 63 Prozent der Vertretungsstunden von Fachlehrern gehalten werden. „Das ist ein guter Wert, den wir aber noch verbessern wollen.“

Der FDP-Bildungsexperte Timm Kern forderte eine Vertretungsreserve für jede Schule. SPD-Fraktionsvize Stefan Fulst-Blei sagte, Eisenmann müsse im Doppeletat wirksame Gegenmaßnahmen gegen Unterrichtsausfall durchsetzen.

Roland Muschel
© Südwest Presse 14.09.2019 07:45
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