Omas gegen Rechts

Großmütter aus Freiburg gründen eine Initiative gegen Hetze und Fremdenhass.
  • Auch in Berlin demonstrieren „Omas gegen Rechts“. Foto: Gregor Fischer/dpa
Großmütter aus Freiburg wollen sich gegen Fremdenhass, rechte Hetze, Faschismus und Frauenfeindlichkeit engagieren. „Wir sind eine Gruppe älterer Frauen im Oma-Alter, die sich in den gesellschaftlichen Diskurs einmischen und gegen rechtes Gedankengut protestieren wollen“, sagte die Initiatorin Gerda Liebner in Freiburg. Dazu wollen sie sich der Initiative „Omas gegen Rechts“ anschließen, die im November 2017 in Österreich gegründet wurde. Die Freiburger Gruppierung ist die erste dieser Art in Baden-Württemberg. Bundesweit gibt es solche Gruppen unter anderem in Hamburg, Berlin, Frankfurt und München.

Rund 50 Frauen, überwiegend zwischen 60 und 80 Jahren, seien zu einem ersten Treffen am Mittwochabend erschienen. Die meisten von ihnen seien früher schon politisch aktiv gewesen und hätten als 68er dafür gesorgt, dass die Erinnerung an die NS-Zeit nicht verblasst, sagte Liebner. Eigentlich hätten sie die politische Arbeit den Jüngeren überlassen wollen. „Vor zehn Jahren hätten wir nicht gedacht, dass es so einen starken Rechtsruck in der Gesellschaft geben wird“, sagte die 73-Jährige. „Es beunruhigt uns sehr, dass die AfD eine Art Volksbewegung geworden ist, die alle gesellschaftlichen Schichten erreicht“.

Angesprochen seien ältere Frauen in der Altersgruppe der Omas, Enkel haben müsse man allerdings nicht. „Wir wollen mit unseren vielfältigen Lebenserfahrungen gehört und gesehen werden“, sagte Liebner. Daher wollen die Freiburger „Omas gegen Rechts“ auch nach außen erkennbar sein, wie dies die anderen „Omas gegen Rechts“ mit ihren roten Strickmützen sind. Als Aktionen seien Demonstrationen oder Theaterstücke geplant.

Die „Omas gegen Rechts“ sind eine zivilgesellschaftliche überparteiliche Initiative, die im November 2017 in Wien von der Psychotherapeutin und Theologin Monika Salzer gegründet wurde. Die Initiative setzt sich ein für die parlamentarische Demokratie und gleiche Rechte für alle sowie Respekt und die Achtung gegenüber anderen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unabhängig von ihrer Religion und ethnischer Zugehörigkeit. epd
© Südwest Presse 13.10.2018 07:45
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