Land am Rand

Buga beliebt bei Betrügern

Die Beliebtheit der Bundesgartenschau in Heilbronn lässt sich nicht nur an der Zahl der ehrlichen Besucher ablesen. In den ersten vier Wochen strömten trotz zeitweise schlechten Wetters rund 350 000 Flora-Fans. Aber auch Zeitgenossen mit einer ausgeprägten Sympathie fürs Schummeln begehren Einlass.

Wer den 15. Geburtstag noch nicht gefeiert hat, darf gratis auf das Gelände, muss dazu die kostenlose Karte zeigen. Deshalb besorgen sich Geizhälse solche Tickets, um das Kassensystem auszutricksen. Bis zu zwei Versuche fliegen jeden Tag auf.

Eigentlich sollte es ein Geheimnis bleiben, aber wohl zur Abschreckung verrät Buga-Chef Hanspeter Faas doch einen besonderen Mechanismus der Scanner am Einlass: Bei Kinderkarten leuchtet eine spezielle Lampe auf. Die Kontrolleure merken dann sofort, ob das Alter der Person zur Freikarte passt. Wer erwischt wird, hat strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten. Betrug!

Der Totalverlust droht Besitzern von mittlerweile 80 000 personalisierten Dauerkarten, wenn eine solche zum unbezahlten Zugang von Dritten missbraucht wird. Passt bei Stichproben das aufgedruckte Foto nicht zum Menschen, wird die jetzt 125 Euro teure Karte ersatzlos eingezogen. Das ist schon mehrmals geschehen.

Faas kann sich trotz seines Gerechtigkeitsfimmels – „letztendlich werden die bestraft, die ordnungsgemäß bezahlt haben“ – über die Leistungserschleicher nicht wirklich ereifern. „Es ist doch lustig“, meint er, „wie kreativ die Menschen sind, um auf die Buga zu kommen.“ Hans Georg Frank
© Südwest Presse 17.05.2019 07:46
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