Land am Rand

Rindviecher mit Handy

Nicht nur die Schäfer müssen jetzt schleunigst mit Elektrozäunen aufrüsten, um ihre Tiere vor dem bösen Wolf zu schützen. Auch Kuhweiden müssen verrammelt, versperrt und verbarrikadiert werden. Vor allem das liebe Vieh auf Almen und Alpen braucht Schutz vor dem nächsten großen Internet-Ding. Die „Kuh-Kuss-Challenge“ rollt an. Nach dem schon leicht muffigen Motto „Auf der Alm, da gibt's koia Sünd'“ soll man eine Kuh küssen und die Bilder dann auf einer Social-Media-App veröffentlichen. Jeder Beitrag, der gepostet wird, bringe gemeinnützigen Projekten eine Spende, wird geworben.

„Küss eine Kuh – mit oder ohne Zunge“, heißt es in der Pressemitteilung. Dann steht da noch, dass der Fun-Faktor im Vordergrund stehe und Mensch und Tier nicht zu Schaden kommen sollen. Geschenkt. So eine Challenge geht auf keine Kuhhaut.

Noch nie gehört, dass schon Leute zertrampelt oder auf die Hörner genommen wurden, wenn die Kuh entsprechend drauf ist? Nicht umsonst hat die österreichische Regierung eine neue Aktion „Sichere Almen“ aufgelegt. Erster Tipp für alle ahnungslosen Urlauber: Kontakt mit dem Weidevieh vermeiden. Die Almen seien kein Streichelzoo, sagt Österreichs Umweltministerin Elisabeth Köstinger.

Nicht nur auf österreichischen Wiesen droht eine Stampede von Influencern und Internetverrückten. Tierrechtler und Tierschützer, macht was, schützt die Kühe vor Belästigung durch die Rindviecher mit Handy. Alfred Wiedemann
© Südwest Presse 18.05.2019 07:46
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