Land am Rand

Der Keiler des Jahres

Die Spirituosen-Verordnung der EU sagt kurz und knapp: Gin ist ein Schnaps mit Wacholdergeschmack, der durch Aromatisieren von Etyhlalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs mit Wacholderbeeren gewonnen wird. Der Mindestalkoholgehalt beträgt 37,5 Volumenprozent.

Klingt einfach, ist es aber nicht, wenn es schmecken soll. Gin war zuletzt das Trendgetränk überhaupt, die Bars boten Batterien von Sorten, jeder Brenner versuchte sich an Gin.

Besonders erfolgreich dabei, natürlich, Baden-Württemberger: 2018 holten sich Stuttgarter Jungbrenner in London mit ihrem „GINSTR“ bei der International Wine and Spirit Competition (IWSC) den Sieg in der Kategorie „World's Best Gin for Gin Tonic“. STR ist das Kürzel für den Stuttgarter Flughafen, der Preis ein renommierter.

Jetzt wieder ein begehrter Titel: Der frisch gekürte „Gin des Jahres 2019“ heißt „Boar“ und kommt aus einer Familienbrennerei in Bad Peterstal im Schwarzwald. 67 Experten seien begeistert gewesen von Typizität, Natürlichkeit und aromatischer Balance, heißt es in der Pressemitteilung gar nicht kurz und knapp. Für den Gin sei Quellwasser verwendet worden und seltener Schwarzwälder Trüffel. Der Name Boar, englisch für männliches Wildschwein, verweise auf die Trüffelsuche, für die früher Bachen, weibliche Wildschweine, eingesetzt worden seien, weil Trüffel ähnlich rieche wie der Sexuallockstoff der Keiler. Wieder was gelernt. Hoffentlich ist die EU mit solchen Zutaten einverstanden. Darf's vielleicht lieber ein Bier sein? Alfred Wiedemann
© Südwest Presse 12.07.2019 07:45
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