Land am Rand

Auf der Spur der Hundezecke

Zu den Hobbys , die einst recht populär waren, aber irgendwie in Vergessenheit geraten sind, gehört die Lepidopterologie. Die Schmetterlingskunde und -Sammelei galt in früheren Jahrzehnten als beliebtes Steckenpferd, das sowohl angehende Naturforscher als auch gutbürgerliche Kinder und Jugendliche, nun ja, beflügelte. Als popkulturelles Echo dieser Zeit stakst etwa in Winnetou-Filmen Eddi Arent als spinnerter Falter-Jäger Lord Castlepool mit Kescher durch die Prärie und den Pfeilhagel der Apachen.

Die Schmetterlings-Sammelei hat, ähnlich wie Philatelie, tendenziell prickelnderen Hobbys (Videospiele, Kitesurfing, Steuervermeidung) weichen müssen. Doch vielleicht ist ja noch nicht aller Exoskelett Abend. Wenn die Universität Hohenheim es clever anstellt, könnte das Zecken-Sammeln der neue letzte Schrei werden. Nachdem zuletzt schon die Jagd auf die auffällig große, eingewanderte „Hyalomma-Zecke“ ausgerufen wurde, ist nun ein weiterer Neuankömmling dran: Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) hat es aus dem Mittelmeerraum nach Baden-Württemberg geschafft – und nistet sich nicht nur in Fiffis Fell, sondern im schlimmsten Fall auch zu Tausenden in schwäbischen Wohnungen ein. Igitt! Um die Ausbreitung zu überwachen, bittet die Uni daher die Bürger, Funde der Hundezecke mit Bild zu melden und gefangene Exemplare einzusenden.

Vielleicht findet der eine oder die andere ja Gefallen an der Sammelei und fängt ein Zecken-Album an. Schmetterlinge werden ja ohnehin immer seltener. Roland Müller
© Südwest Presse 13.07.2019 07:45
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