Land am Rand

Bio, Mathe, Karate

Zu den historischen Auffälligkeiten im interkulturellen Vergleich gehört, dass deutsche Mönche im Gegensatz zu asiatischen nie eine Kampfsport-Technik entwickelt haben. Klöster der Benediktiner und Prämonstratenser etwa sind für ein reiches kulturelles und kulinarisches Erbe bekannt – die Lehre vom gezielten Handkantenschlag blieb immer chinesischen oder japanischen Mönchen vorbehalten.

Karate hat dennoch den Weg auch nach Europa gefunden. Bei der Popularisierung half unter anderem der Kino-Hit „Karate Kid“, der eindrucksvoll zeigte, dass man a) Fliegen mit Essstäbchen fangen kann und b) fernöstliche Philosophie einen nicht hindert, die bösen Jungs von nebenan zu verhauen. Wobei Letzteres wohl eher dem Einfluss Hollywoods zu verdanken ist.

Wenn Karate nun auch im Schulsport in Baden-Württemberg Einzug halten soll, dann selbstredend in der schiedlich-friedlichen Variante, wie sie auf der japanischen Insel Okinawa entwickelt wurde. Mehrere japanische Karate-Großmeister sprachen diese Woche beim Kultusstaatssekretär Volker Schebesta (CDU) in der Sache vor, eine Kooperation wurde in Aussicht gestellt. Es gehe um „Körperbeherrschung, Konzentrationsfähigkeit, Fitness und waffenlose Selbstverteidigung“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums, und Karate-AGs könnten – mit Zustimmung von Eltern und Schulleitung – als Zusatzangebote an Schulen Einzug halten.

Dass Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) bereits den schwarzen Gürtel hat, ist aber ein Gerücht. Roland Müller
© Südwest Presse 14.09.2019 07:45
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