Wichtiger Erfolg für Bayer

US-Richterin will die Glyphosat-Klage neu verhandeln lassen und deutet eine geringere Strafe an.
  • Der krebskranke Kläger Dewayne Johnson. Foto: Paul Elias/dpa
Wichtiger Teilerfolg für die Bayer AG: Im ersten US-Prozess um angebliche Krebsrisiken von Unkrautvernichtern der Tochter Monsanto mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat bahnt sich eine Kehrtwende an. Die zuständige Richterin Suzanne Ramos Bolanos in San Francisco gab vorläufig einem Antrag statt, den Fall in wesentlichen Teilen neu aufzurollen.

Sie machte dem Bayer-Konzern zudem in einer Berufungsanhörung Hoffnung auf eine deutlich geringere Strafe. Der Fall ist für den Agrarchemie-Riesen enorm wichtig. Es geht um eine Strafe von 289 Mio. Dollar (251 Mio. EUR), das Signalwirkung für Tausende weitere Klagen hat.

Im August hatte eine Jury des Gerichts in Kalifornien Monsanto zur Schadenersatzzahlung in dreistelliger Millionenhöhe an den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kläger Dewayne Johnson verurteilt. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass glyphosathaltige Monsanto-Produkte krebserregend sind und der Hersteller davor nicht nur nicht ausreichend gewarnt hat.

Monsanto legte Berufung ein und fordert, dass der Fall wegen unzureichender Beweise neu verhandelt wird. Dem stimmte das Gericht weitgehend zu. Die Klägeranwälte hätten keine überzeugenden Beweise für vorsätzliches Fehlverhalten von Monsanto vorgelegt, hieß es in der Begründung. Dadurch könnte sich der Schadenersatz deutlich verringern. Bei Anlegern kam das gut an. Der Aktienkurs von Bayer legte gestern zeitweise um fast fast 5 Prozent zu. Hans Breufeld
© Südwest Presse 12.10.2018 07:45
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