Festivalwochen für Schnäppchenjäger

Vor dem Black Friday soll der Singles' Day auch in Deutschland für Umsatz sorgen.
  • Die Lager der Onlinehändler sind prall gefüllt. Foto: afp
Die US-Erfindung Black Friday ist inzwischen auch in Deutschland bekannt. Am 23. November steht die große Schnäppchen-Jagd dieses Jahr wieder an. Und was aus Sicht des Handels so gut funktioniert, bietet die Chance auf mehr: Zahlreiche Anbieter in Deutschland und anderen Ländern rufen daher jetzt vorher noch am 11.11. mit satten Rabatten zum Mega-Shopping im Netz auf, denn am 11. November ist Singles' Day.

Letzterer ist eine chinesische Erfindung. Die Online-Händler in der Volksrepublik führten ihn 2009 als Gegenstück zum Tag der Verliebten ein. Wegen der vier Einsen in Folge legten sie ihn auf den 11.11. Mit Sonderangeboten sollen die vielen Unverheirateten über ihre Einsamkeit hinweggetröstet werden, heißt es. Der Tag im November ist in China mittlerweile der umsatzstärkste im Onlinehandel im ganzen Jahr.

In Deutschland kennen den Tag zwar erst rund 13 Prozent der Verbraucher, wie eine Umfrage des IFH Köln in Zusammenarbeit mit Ebay Deutschland unter 500 Internetnutzern ergab. Doch der Tag liege gut, sagt Anna Werth, Leiterin der Marktplatz-KIX-Erhebung am IFH. Sechs Wochen vor Weihnachten seien die Konsumenten ausgabefreudiger.

Die Händler, die beim Singles' Day mitmachen, täten dies auch, um Neukunden zu gewinnen. Ein Drittel der vom IFH befragten rund 200 Onlinemarktplatz-Händler gaben an, ihrer Meinung nach werde die Bedeutung des Singles' Day in den kommenden fünf Jahren zunehmen.

In Deutschland gibt es allerdings am 11. November starke Konkurrenz: Die katholische Kirche feiert den Martinstag – überall in Deutschland ziehen Kinder mit Laternen durch die Straßen. Und in den Karnevalshochburgen wird um 11.11 Uhr die neue Session eröffnet.

Verbraucherschützer raten – wie immer bei solchen Schnäppchentagen – dazu, sich nicht blenden und nicht hinreißen zu lassen. „Wir empfehlen Preissuchmaschinen, mindestens zwei, zum Preisvergleich“, sagt der Sprecher der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Georg Tryba. Bei Stichproben zeige sich immer wieder, dass Rabatte nicht so hoch seien wie angenommen. Sie würden etwa auf die Unverbindliche Preisempfehlung (UVP) gegeben, an die sich kaum ein Händler halte. dpa
© Südwest Presse 10.11.2018 07:45
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