Kommentar Simone Dürmuth zur Stiftung Warentest

Strenge Kriterien

Jedes vierte Produkt für Kinder fällt bei der Stiftung Warentest durch. Deutlich mehr als in allen anderen Produktgruppen. Das lässt zwei Vermutungen zu: Entweder sind die Kriterien der Verbraucherschützer bei Kinderspielzeug und Co. besonders streng, oder die Hersteller sehen hier eine große Chance auf Profit – zu Lasten der Sicherheit.

An beidem dürfte etwas dran sein. Richtig ist: Die Stiftung Warentest legt sehr strenge Kriterien an – oft strengere als der Gesetzgeber. Und Produkte fallen auch durch, wenn sich der Hersteller nicht an (unverbindliche) Industrienormen hält. Ohne, dass sie dadurch zu einer Gefahr für das Kind würden.

Richtig ist aber auch, dass die Deutschen für Babyausstattung und Kinderspielzeug immer mehr Geld ausgeben. Ein Milliardenmarkt. Da ist die Versuchung für Hersteller groß, auf die neuesten Trends aufzuspringen, ohne die Risiken ausreichend zu prüfen. In einem umkämpften Markt, in dem es jedes Jahr hunderte Neuerscheinungen gibt, muss man als Hersteller vorne mit dabei sein und auch einen vernetzte Teddybär auf den Markt bringen. Da bleibt keine Zeit, für eine gesicherte Verbindung zum Smartphone zu sorgen.

Da braucht es die regulierenden Kräfte der Prüfsiegel. Was dem Verbraucher bleibt ist, sich zu informieren und sich dann auf den gesunden Menschenverstand zu verlassen.
© Südwest Presse 07.12.2018 07:45
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