Rüstung

Hohes Auftragsplus und wieder ein Gewinn

Nach tiefroten Zahlen im Vorjahr sieht sich der Waffenhersteller auf Kurs.
  • Heckler-Kontrolleur Harald Kujat. Foto: Karlheinz Schindler/dpa
Der wirtschaftlich angeschlagene Waffenhersteller Heckler & Koch in Oberndorf (Kreis Rottweil) scheint sich zu stabilisieren. „Wir sind wieder auf Kurs“, sagte gestern Vorstandsvorsitzender Jens Bodo Koch in der Hauptversammlung in Rottweil. 2016 und 2018 hatte das Unternehmen noch 13 beziehungsweise 8 Mio. EUR Verlust gemacht. Gestern verkündete Koch den Aktionären, „dass wir das erste Halbjahr mit einem positiven Ergebnis nach Steuern abgeschlossen haben“ und das bei nahezu gleichem Auftragsmix.

„Dieser Erfolg basiert auf dem deutlich gestiegenen Umsatz bei gleichzeitig erzielten Kostensenkungen.“ Möglich geworden sei der Erfolg durch eine „Verschlankung der Struktur“. So wurde laut Koch das Führungspersonal von 51 auf 40 reduziert. Produktionsabläufe seien optimiert worden, die Auftragsbücher voll. Der Umsatz sei im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 15 Prozent auf rund 127 Mio. EUR gestiegen. Für das weitere Geschäftsjahr „sind wir verhalten optimistisch“.

Dennoch drückt das Unternehmen ein Schuldenberg von aktuell 236 Mio. EUR. „Das ist gemessen am Umsatz und an der Größe des Unternehmens ein sehr hoher Wert“, sagte Finanzchef Björn Krönert. Auch deshalb hatten sich die 900 Mitarbeiter im Frühjahr bereiterklärt, zweieinhalb Stunden pro Woche mehr zu arbeiten – ohne Lohnausgleich. Mitarbeiter mit Leitungsfunktionen verzichten auf 6,6 Prozent des Lohnes. „Dafür sichern wir die Arbeitsplätze“, sagte Krönert.

Die Hauptversammlung wählte den früheren Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat (77), in den Aufsichtsrat. Er soll später Vorsitzender des dreiköpfigen Gremiums werden.

Vertreter der „Kritischen Aktionäre“ forderten auch dieses Mal wieder, Heckler & Koch möge seine Produktion auf „friedliche und sinnvolle Produkte“ umstellen. Petra Walheim
© Südwest Presse 13.07.2019 07:45
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