Kommentar Thomas Veitinger zum Milliardenverlust bei Daimler

Zeit zum Handeln

  • Thomas Veitinger. Foto: Volkmar Könnecke/swp Foto: Volkmar Könnecke/swp
Der Diesel-Skandal schwärt. Der Airbag-Rückruf ist nicht abgeschlossen. Die Absatzzahlen sind nicht die besten. Ein Konzern-Umbau ist zu stemmen. Das alles ist bekannt bei Daimler – und irgendwie auch schon eingepreist. Ex-Chef Dieter Zetsche hatte die Probleme eingeräumt. 2019 wird nicht gerade ein Spitzenjahr für den Konzern. Geschenkt.

Was allerdings aufhorchen lässt, sind die immer neuen schlechten Botschaften, teils aus anderen Bereichen. Wie bei einem Kranken, in dessen Körper neue Entzündungen auftreten. Was ist denn plötzlich bei den Transportern los? Eine nicht näher erklärte „Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios“ für eine halbe Milliarde Euro soll es geben. Was soll das sein? Sind es nur die Pick-ups, die nicht so gut laufen, oder gibt es andere Probleme?

Woher kommen die zusätzlichen Milliarden für die Aufarbeitung der Diesel-Krise und die Rückrufe der Takata-Airbags? Wieso bekommen die Untertürkheimer die neuen SUVs nicht schneller auf die Straße?

Egal, ob dies neue Baustellen sind oder die Bilanz Zetsches zu seinem Abschied nicht ganz so schlecht aussehen sollte: Der neue Chef Ola Källenius darf sich mit den angekündigten „Gegenmaßnahmen“ nicht allzu viel Zeit lassen. Ein Kranker gehört nicht nur behandelt, sondern geheilt. Zeit ist am Krankenbett ein wichtiger Faktor.
© Südwest Presse 13.07.2019 07:45
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