Verband fordert Wärmewende

75 Prozent aller Ölheizungen sind veraltet. Geht der Austausch im bisherigen Tempo weiter, dauert er 100 Jahre.
Die Energiewende und mehr Klimaschutz sind nur möglich, wenn es zu einer Wende am Wärmemarkt kommt. „Dabei spielen die privaten Haushalte eine wichtige Rolle“, sagt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes Energiehandel Südwest (VEH), einem der wichtigsten Verbände des Mineralölhandels. „75 Prozent der bundesweit rund 5,5 Mio. Ölheizungen sind älter als 20 Jahre und entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik.“

Jedes Jahr werden demnach nur 1 bis 1,5 Prozent der Ölheizungen ausgetauscht. Rein rechnerisch würde der Austausch des kompletten Bestandes damit 100 Jahre dauern. Vom jährlichen Endenergie-Verbrauch der privaten Haushalte von 665 Terawattstunden (TWh) entfallen laut VEH 462 TWh auf die Raumwärme und weitere 96 TWh auf Warmwasser. Gut 16 Prozent aller Ölheizungen werden in Baden-Württemberg betrieben, knapp 24 Prozent in Bayern, in Berlin sind es nur 1,2 Prozent.

Bezogen auf ein Wohnhaus sind mit einer Hybridheizung – einer Öl-Brennwertheizung mit Einbindung einer Solarthermieanlage und einem Kaminofen – Einsparungen des Energieverbrauchs von 28 bis 50 Prozent möglich. Der Austausch kostet zwischen 9500 und 27 000 EUR. Eine Fassadendämmung bringt eine weitere Einsparung von 18 Prozent, die Dämmung des Daches 14 Prozent, neue Fenster und Türen 7 Prozent. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 16.08.2019 07:45
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