Lesermeinung

Zum Thema: VfR Aalen

„’No money, no success’: Mittlerweile scheinbar eine Binsenwahrheit im Profifußballgeschäft. Dieser Slogan, von Vereinen wie Paderborn oder Aue mit vergleichsweise bescheidenem Budget Lügen gestraft, mag sich vielleicht allzu fatalistisch anhören, doch auf die augenblickliche Situation des VfR Aalen ist er nur bedingt anwendbar.

Seitdem man den früheren Mäzen und Geldgeber Berndt-Ulrich Scholz unsanft hinauskomplimentiert hat und ein überfordertes Führungskollektiv durch Fehlplanungen und Missmanagement zur weiteren Erosion des Vereinsimages tatkräftig beigetragen hat, befindet man sich sportlich wie wirtschaftlich im Sog einer kontinuierlichen Abwärtsspirale. Der durch den Absprung etlicher Sponsoren kaum zu verkraftende finanzielle Aderlass führte dazu, dass der Verein wirtschaftlich auf dem Zahnfleisch daherkommt (...).

So erklärt sich der anhaltende Prozess der Destrukturierung, Entprofessionalisierung und Destabilisierung des Vereins. Und nur so erklärt sich auch ein planlos aus allen Winkeln der Republik blind zusammengekaufter Kader großenteils aussortierter, mit Einjahresverträgen (!) ausgestatteter Alibikicker, denen die (...) Identifikation mit dem Verein fehlt. Dies zeigen die letzten frustrierenden Begegnungen einer ohne Biss und Leidenschaft agierenden Söldnertruppe, die auch ein noch so erfahrener Coach wie Roland Seitz – der Peter Vollmann der Regionalliga – nicht zu pushen vermag.

Die laufende Saison droht zu einer Kopie (...) der Vorsaison zu werden, allerdings eine Etage tiefer, wo man sich – was das überregionale Medieninteresse angeht – auf der Rückseite des Mondes befindet.“

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

© Schwäbische Post 13.09.2019 22:18
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Kommentare

joweuko

Von "Söldnern" in dieser Truppe zu sprechen, finde ich sehr gewagt. Der Verein hat, mit den möglichen finanziellen Mitteln, eine Mannschaft zusammengestellt, die absolut konkurrenzfähig ist. Dazu einen Trainer, der sich in der Regionalliga bestens auskennt. Mehr ist halt momentan nicht drin. Es bringt nichts, die Fehler der Vergangenheit immer wieder neu aufzuwärmen. Das Thema ist doch inzwischen durch. Jetzt gilt es, nach Vorne zu schauen und mit den vorhandenen Personen eine gute Saison zu spielen. 

Armin Kaprano

Herr Dr. Scheidle, wie kann ein sicherlich intelligenter Mensch wie Sie so einen niveaulosen und verletzenden Leserbrief schreiben....!?

Beim VfR Aalen lief und läuft sicher nicht alles rund und es sind zweifellos Fehler gemacht worden. 

Das Team dieser Saison jedoch als "... planlos aus allen Winkeln der Republik blind zusammengekaufter Kader großenteils aussortierter, mit Einjahresverträgen (!) ausgestatteter Alibikicker, denen die (...) Identifikation mit dem Verein fehlt. ... ohne Biss und Leidenschaft agierenden Söldnertruppe..." zu bezeichnen ist völlig daneben. 

Für die letzte Saison hätte ich Ihre Kritik zwar nicht in der Wortwahl aber in der Sache noch nachvollziehen können. Diese Saison freuen sich jedoch gut 2.000 Zuschauer über ein überwiegend junges und sehr engagiertes Team. Das bei einem komplett neu zusammengestellten Kader noch nicht alles rund laufen kann, ist selbstverständlich und wird von den meisten fußballsachverständigen Besuchern auch akzeptiert. Wer etwas anderes erwartet, hat wenig bis keine Ahnung vom Fußball. 

Kann es daher sein, dass Sie sich mit Ihrer Meinung "auf der Rückseite des Mondes" befinden?

Übrigens, auch das Team selbst hat Ihnen mit dem 4:0 in Frankfurt eine Antwort gegeben.  

Armin Kaprano, Heidenheim