Hier schreibt der Obst- und Gartenbauverein Schwäbisch Gmünd

Linsenanbau im Ostalbkreis

Vor Kurzem besuchte der Obst- und Gartenbauverein Schwäbisch Gmünd 1884 e.V.die Familie Zoller auf dem Zeirenhof zwischen Schechingen und Holzhausen. Der Zeirenhof ist Mitglied im Netzwerk Demonstartionsbetriebe Ökologischer Landbau. Herr Zoller erklärt den Mitgliedern des OGV-Gmünd, anhand von Exponaten und dem Musteranbau, in seinem Hausgarten, den Linsenanbau.
Auf den Feldern bei Göggingen und Alfdorf werden130 ha bewirtschaftet. 40 ha für Saatgutvermehrung (Weizen, Roggen, Erbsen, Sommergerste und 5 ha Linsen der französischen Sorte Le Puy. Vertrieben unter der Marke „Onsre Linsa“ (Eine Kooperation mit den „Alblinsen“ wurde aus geologischen Gründen abgelehnt.) Durch den Fruchtwechsel mit Klee, Winterweizen, Erbsen, Tritikale und Hafer kommen die Linsen alle 6 Jahre aufs dasselbe Feld.
Linsen benötigen eine Stützpflanze zum Ranken. Herr Zoller verwendet hierfür den Hafer. Linsen gedeihen dort, wo kein guter Boden vorhanden ist, sonst würde der Hafer die Linsen zu sehr überwachsen. Ausgesäht wird Ende April eine Mischung aus gleichen Teilen von Hafer und Linsen. Mit dem Mähdrescher werden die Linsen und Hafer zusammen geerntet. Anschließend wird das Gemisch getrocknet und von Steinen und Beikräutern gereinigt und getrennt in Hafer und Linsen. Von einem ha Ackerfläche können ca. 800 kg Linsen geerntet werden. Die Linsen müssen vom Hafer und Steinchen maschinell getrennt werden. Von Hand sortieren würde sich in der heutigen Zeit nicht lohnen. (Für den Verkauf werden die Linsen noch zusätzlich nach Farbgleichheit sortiert). Durch das längliche Korn des Hafers ist die Trennung von den rundlichen Linsen besser möglich als wenn man als Rankhilfe Gerste ausgesät hätte.
Die Familie Zoller verkauft die Linsen als freien Verkauf ab Hof und u.a. über Heimatmühle, Biohof Fauser, Voggenbergmühle (siehe www.zeirenhof.de) „Onsere Linsa“ sind, im Vergleich zu den bekannten Tellerlinsen, bissfester.
Außer Linsen hat die Familie Zoller auch zwei Deckbullen und 50 Angus-Mutterkühe in Freilandhaltung. (In 2017 erfolgten 50 Kalbungen in 3 Wochen!) Jede Kuh zieht ihr Kalb selbst mit ihrer Milch auf – Milch für den eigenen Haushalt wird zugekauft. Außerdem hat die Familie Zoller 15 Hühner und 3 Pferde. Alle Tiere werden mit hofeigenen Futtermitteln gefüttert.
Nach der Hofführung wurde dem OGV-Gmünd ein sehr gutes Wurst-/Käsevesper mit Linsensalat, Getränken und selbst gebackenem Brot angeboten. Waltraud Burkhardt vom Vorstand des OGV bedanke sich bei Familie Zoller für den interessanten Einblick in die Arbeitsweise des ökologischen Landbaus und den vielen Hinweisen zum Linsenanbau. Herr Zoller bedankte sich seinerseits für das, durch viele Fragen bekundete, große Interesse am Ökologischen Landbau und an seiner Arbeit.
Rudi Arnold

© Obst- und Gartenbauverein Schwäbisch Gmünd 1884 29.06.2017 13:07
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