Hier schreibt der Obst- und Gartenbauverein Wißgoldingen

Kräuter - Gewürze - Duftpflanzen

  • Begrüßung der Referentin C. Karger vom Vorsitzenden L. Eisele
  • Vor der Pflanzaktion
  • Anleitung zur Bepflanzung

Von rund 500.000 Pflanzenarten auf der Erde werden etwa 10.000 als Kräuter genutzt. Die ersten Vorboten des Frühlings sind knackig grüne frische Kräuter. Aus dem eigenen Kräutergarten schmecken die am aller besten. Kräuter pflanzen ganz ohne Diplom, dafür sind lediglich ein paar einfache Regeln zu beachten.

Informativ, spannend und heiter war der Vortrag von Fachberaterin für Obst- und Gartenbau Dipl. Ing. agr. Christiane Karger vom LRA Ostalbkreis zu diesem Thema. Eine stattliche Anzahl von aufmerksamen Zuhörern waren der Einladung des OGV Wißgoldingen in das Gasthaus Adler gefolgt.

In einer umfangreichen Übersicht wurden die Arten vorgestellt. Neben dem deutschen und Botanischen Namen wurde nach ein- oder mehrjährig, Wuchshöhe, Blütezeit und Verwendungsart unterschieden. Unter Beachtung von Besonderheiten gab es Empfehlungen für die Vorratshaltung. Den Teilnehmern wurde hierzu eine Tabelle ausgehändigt.

Organoleptische Prüfung ist der Fachausdruck für sensorische Wahrnehmung durch die menschlichen Sinnesorgane. Dies durften alle Teilnehmer erfahren und prüften eine Vielzahl von Kräuterpflanzen, wie z. B. Basilikum, Dill, Oregano, Waldmeister und Wermut, auf Geruch, Färbung und Geschmack. Hilfreich hierbei ist das Zerreiben von Blattanteilen zwischen Daumen und Zeigefinger.

Für einen Kräutergarten oder ein Kräuterbeet ist kein großes Grundstück notwendig. Platz ist auch im kleinsten Garten. Und selbst auf der Terrasse oder dem Balkon kann problemlos eine Vielzahl von Kräutern kultiviert werden. In Töpfen, Wannen, Balkonkästen, Wagenrädern und sonstigen beliebigen Behältnissen können Kräuter herangezogen werden. Bei der Gestaltung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Eine Grundfläche von 3 m² reicht für etwa 15 verschiedene Pflanzen aus. Wenn der Kräutergarten zur Kultivierung von Küchenkräutern angelegt wird, ist es sinnvoll, ihn so nah wie möglich an der Küche anzulegen. Gerade bei schlechtem Wetter möchte niemand erst durch den ganzen Garten laufen und dabei nasse Füße riskieren.

Einige Kräuter mögen es sonnig, andere lieber schattig. Die einen mögen sandigen Boden, die anderen nährstoffreiche nasse Erde. Nicht alle Kräuter sind gesellige Pflanzen. Einige mögen keine direkte Nachbarschaft und sollen lieber in einem einzelnen Topf oder im Beet mit ausreichend Abstand gepflanzt werden. Umfassend wurde auf die nachbarschaftlichen Unverträglichkeiten hingewiesen. Im Gegensatz dazu gibt es auch Kräuter-Kombinationen, die sich gut miteinander vertragen. Die entsprechenden Sorten wurden aufgelistet.

Außerdem wurden passende Rezepte wie Kräuteröl und Kräuteressig vorgestellt. Teure Medizin konnten sich früher nur wenige Menschen leisten. Die Meisten waren auf das angewiesen, was Garten und freie Natur hergaben. Das war bei entsprechendem Kräuter-Wissen schon eine ganze Menge. Tees in unzähligen Varianten sind das beste Beispiel. Selbst zusammengestellt, wirken sie vorbeugend und stärkend, finden ihre Anwendung für Magen und Darm, Leber und Galle, als Schlaf- und Beruhigungstee und taugen besonders bei Erkältung und Grippe.

Der Hinweis auf die als pflanzliches Aphrodisiakum empfohlenen „Spezis“ löste Heiterkeit aus. „Befiel einen Mann eine unerklärliche Schwäche, die ihn unvermögend zum ehelichen Werk machte, legte ihm sein Weib Riechkraut oder Stabewurz ins Bett, damit dessen aromatischer Duft seine Ängste verdränge und sein männliches Merkmal der Würz gleichwerde.“ Weit profaner lässt sich da die Zubereitung einer köstlichen Sommerbowle mit ein paar Zweiglein Eberraute an.

Die neu erworbenen Kenntnisse, Kräuter aus dem eigenem Garten, fanden praktische Anwendung mit der Anleitung zum Bau und zur Bepflanzung eines Kräuterbeetes im Frauenholzhof (Schmid's Bauernhof).

© Obst- und Gartenbauverein Wißgoldingen 21.05.2015 23:25
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