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Das uralte Wissen um Hanf, einer der ältesten Nutzpflanzen der Welt!

Hanf ist eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt und gehört – wie der zum Bierbrauen verwendete Hopfen – zu der Pflanzenfamilie Cannabaceae. Die Gemeinsamkeiten beider Pflanzen werden bei der Betrachtung der Blütenknospen offenbar, die eine ähnliche Struktur aufweisen.

Die bereits vor 10.000 Jahren in Persien sowie China zur Kleiderherstellung genutzte Hanfpflanze wurde des Weiteren in 2400 Jahre alten mongolischen Gräbern als Grabbeilage in Form von Hanfsamen gefunden. Der spirituelle Zweck, der dieser Pflanze innewohnt, ist demzufolge nahezu allen schamanischen Kulturen bekannt. Der Nutzen von Hanf geht somit weit über den Alltagsgebrauch hinaus und zeigt sich in den verschiedenen Anwendungsbereichen. Die mit dem Liebestrank Soma in Verbindung stehenden Inhaltsstoffe der Hanfpflanze, wie zum Beispiel das bei Cibdol erhältliche Cannabidiol (CBD) waren und sind noch heute jahrhundertealte Liebeszauber und Orakelweisen aus dem ayurvedischen Wissen vom Leben. Somit hat alles in der Natur seinen Sinn und Tabuthemen, welche mit der Hanfpflanze Cannabis noch heute in Verbindung gebracht werden, sollten neu hinterfragt und aufgeklärt werden.

Die beiden bekanntesten Pflanzenwirkstoffe der Hanfpflanze Cannabis: THC und CBD!

Von der Pflanzengattung Hanf (Cannabis) gibt es insgesamt drei unterschiedlichen Arten: der Indische Hanf (Cannabis indica), der Echte Hanf (Cannabis sativa) sowie der Ruderal-Hanf (Cannabis ruderalis). Alle drei Hanfarten unterscheiden sich hinsichtlich der Wuchshöhe, in ihrem Aussehen sowie in ihrer Blütezeit und Vegetationsdauer. Bezogen auf die Pflanzeninhaltsstoffe verfügt jede Hanfart über eine unterschiedliche Konzentration und Verteilung dieser Stoffe und ihre Wirkung ist somit immer eine andere. Neben ätherischen Ölen, Vitaminen, Flavonoiden und verschiedenen Proteinen, um nur einige zu nennen, ist die Stoffgruppe der Phytocannabinoide (kurz: Cannabinoide) für viele der interessanteste Part der Pflanze. Von den bis dato über 100 nachgewiesenen Vertretern der Cannabinoide sind die Inhaltsstoffe THC und CBD, die beiden bekanntesten.

Das 1964 entdeckte und aus dem Cannabis isolierte Δ9-trans-Tetrahydrocannabinol (kurz: THC) sowie das Cannabidiol (kurz: CBD) werden ähnlich wie Rapsöl als farbloses Öl aus der Hanfpflanze gewonnen. Die unterschiedliche Konzentration beider Inhaltsstoffe in den verschiedenen Hanfarten bot in der Vergangenheit Rückschlüsse auf deren Wirksamkeit. So ist heutzutage relativ sicher, dass beide Cannabinoide eine größtenteils entgegengesetzte Wirkung entfalten und sich teilweise sogar gegenseitig modifizieren, das heißt ihre Wirkung im Beisein des jeweils anderen verändern. 

Die unterschiedliche Wirkung von THC und CBD!

Sowohl THC als auch CBD sind beides Liganden, das heißt Bindungsmoleküle des körpereigenen Endocannabinoidsystems im Menschen. Als Teil des Nervensystems wird die Funktionsweise dieses Systems vor allem mit der Bewegungsregulation, dem Immunsystem sowie der Emotion und dem Lernen in Verbindung gebracht. Das psychoaktive THC sowie das nicht psychoaktive CBD binden hier an die sogenannten CB1 und CB2 Rezeptoren von peripheren und zentralen Nervenzellen sowie von Immunzellen.

Abgesehen von der Psychoaktivität entfalten beide Inhaltsstoffe des Cannabis jeweils unterschiedliche und teilweise entgegengesetzte Wirkungen. So wird eine Pflanze mit hohem THC-Gehalt (Cannabis sativa Sorten) als anregend und stimulierend empfunden und mit dem sogenannten „High“-Zustand in Verbindung gebracht. Im Gegensatz dazu werden Pflanzen mit hohem CBD-Gehalt (Cannabis indica Sorten) einen körperlichen Rausch, das sogenannte „Stoned-Sein“ auslösen. In diesem Zusammenhang ist es nicht verwunderlich, dass THC konzentrationsfördernd, inspirativ und appetitanregend wirkt, wohingegen CBD den Körper entspannt sowie beruhigt und somit ein perfektes Mittel für die Schlafgesundheit darstellt. Neben entzündungs- und übelkeitshemmenden, antipsychotischen sowie angstlösenden Eigenschaften führte der isolierte sowie kombinierte Gebrauch beider Inhaltsstoffe in der Medizin zu einer Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland.

Photo by Damir Spanic on Unsplash

© Schwäbische Post 22.04.2020 10:49
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