Nicht an falscher Stelle sparen

Lohnt sich die Anschaffung eines neuen Betts jenseits des 60. Lebensjahrs? – Auf jeden Fall! Von Spezialisten gut beraten könnten vielen Unannehmlichkeiten vorgebeugt werden.
  • Auch ein Bett kommt in die Jahre. Wer bei Matratze und Lattenrost unnötig spart, riskiert durchaus unnötige Rückenbeschwerden. Foto: Superba Residenz/akz-o
  • Der Lattenrost hat seinen Anteil an erholsamem Schlaf und schmerzfreiem Aufstehen. Eine gute Unterfederung kann durch Fachleute wirksam individualisiert werden. Foto: Ergosleep/akz-o

Mit zunehmendem Alter fällt den meisten Menschen das morgendliche Aufstehen immer schwerer. Das liegt meist an der niedrigen Höhe des oft jahrzehntealten Bettes. Höchste Zeit, sich nach einer bequemen Alternative umzusehen. Dabei sollte man nicht an der falschen Stelle sparen, sondern unbedingt auf gute Qualität achten. Schließlich leben zum Beispiel 65-Jährige nach statistischen Berechnungen meist noch rund 20 Jahre – und das nicht selten bei guter Gesundheit.

Auf gute Qualität achten

Angesichts dieser Lebenserwartung macht eine allzu bescheidene Lebensführung vor oder im Rentenalter also keinen Sinn. Im Bereich des Bettes und der Bettausstattung ist sie sogar gesundheitsschädlich. Vor allem durchgelegene Matratzen oder Zudecken mit verklumpter Füllung können dann schnell unangenehme Auswirkungen haben. Wer also im Alter an seinem Bett spart, tut sich keinen Gefallen. Denn bequemes Liegen und ein erholsamer Schlaf tragen nachhaltig zum Wohlbefinden und damit auch zur Gesundheit bei.

Eine zunehmende Zahl älterer Menschen hat dies mittlerweile erkannt und erneuert alle acht bis zehn Jahre die Matratze. Viele haben sich zudem für den Kauf eines sogenannten Komfortbetts entschieden. Diese zeichnen sich zum Beispiel durch eine mindestens 45 Zentimeter hohe Liege- beziehungsweise Sitzposition aus, was das Aufstehen erleichtert sowie Bandscheiben, Muskeln und Gelenke beim Bettenmachen schont.

Lattenroste für gutes Liegen

Einige Medienberichte haben zuletzt die Meinung verbreitet, die Wirkung eines Lattenrostes unter einer Matratze wäre zu vernachlässigen. Ein einfaches, starres Modell, das sich jeder selbst basteln kann, wäre absolut ausreichend. Doch viele renommierte Schlafexperten haben dem vehement widersprochen. Auch der Sachverständigenrat der Möbelsachverständigen beim BVDM, ein Zusammenschluss von Sachverständigen der Industrie- und Handelskammern für den Bereich Möbel, Polstermöbel, Betten und Wasserbetten, plädiert vehement für eine flexible Unterfederung. Vor allem Kaltschaummatratzen benötigen eine elastische Grundlage, damit sie sich nicht zu schnell durchliegen. Zudem sorgt ein Lattenrost für die notwendige Durchlüftung und damit für ein gesundes Schlafklima. Es wird deshalb empfohlen, beim Kauf einer neuen Matratze auch den Lattenrost auf seine Eignung überprüfen zu lassen. akz

© Schwäbische Post 13.03.2020 15:58
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