Wissenswert: Warum wir auf Matratzen schlafen

Wir alle schlafen allnächtlich in einem Bett, aber kaum einer weiß, wie sich Matratzen über all die Jahre entwickelt haben. Es ist heutzutage eben ganz normal und daher wird dieser Luxus kaum hinterfragt. In diesem Beitrag gehen wir auf die Entstehungsgeschichte von Matratzen ein und erklären etwaige Vorteile daraus.

Das erste Bett der Menschheit

In der Jungsteinzeit, also vor circa 10.000 Jahren, begannen die Menschen mit dem Bau von frühen Betten, allerdings waren diese alles andere als angenehm und schon gar nicht komfortabel. Es waren Haufen aus Stroh und Laub, welche auf einen Doppelboden gelegt worden sind. Hierdurch sollte verhindert werden, dass Hautkontakt mit dem kalten Boden entsteht.

Dieses Modell blieb lange so bestehen, bis die alten Ägypter circa 3.400 v. Chr. das Bett komplett neu erdacht haben. Von Ihnen stammt in etwa das Aussehen der heutigen Betten. Bis es allerdings soweit war, ist anzunehmen, dass das Bett immer wieder anders aussah und weiterentwickelt wurde. In erster Linie ging es den Menschen damals darum, nicht direkt auf dem Boden zu schlafen, denn dieser wir in der Regel kalt und mit Insekten und Schmutz versehen.

Die erste Matratze, wie wir sie kennen, stammt wohl aus Persien. Allerdings ist die genaue Herkunft noch immer nicht geklärt. Die Matratze wurde aus Ziegenleder hergestellt und mit Wasser gefüllt. Dies war etwa im Jahr 3.600 v. Chr. wohl der neue Standard. Die Ägypter nutzten zu dieser Zeit bevorzugt Palmzweige als Schlafunterlage.

Betten in der Menschheitsgeschichte

Die ersten Matratzen aus Stoff wurden im antiken Rom 200 v. Chr. Hergestellt und waren häufig auch mit Heu und Wolle gefüllt. Einige wenige wurden auch mit Federn ausgefüllt, dies war jedoch stets nur ein Privileg der Oberschicht.

Im 15. Jahrhundert wurde als Füllmaterial vorzugsweise Federn und Stroh benutzt und mit Samt und Seide bedeckt. Dieses Verfahren wurde lange Zeit beibehalten. Erst 1857 wurde die Basis der heutigen Federkernmatratzen erfunden. Die Stahl-Spirale wurde aber ursprünglich für Stühle entwickelt.

Der deutsche Heinrich Westphal entwickelte 1871 aus den Stahl-Spiralen die erste Federkernmatratze. Der Markt schien hierfür aber nicht bereit, denn der Erfinder ist nur wenig später in Armut verstorben. Den Erfolg seiner Matratze hat er nicht mehr miterlebt.

Im Jahr 1928 wurde die erste Latex-Matratze von Dunlopillo erfunden, allerdings startete die Produktion erst 1932 in Hanau. Die Latex-Matratze wurde aufgrund ihrer klimaregulierenden Eigenschaften schnell zu einem Welterfolg. So waren Latex-Matratzen der Standard auf dem Luxusdampfer „RMS Queen Mary“.

Später folgten verschiedene Abwandlungen und Größen, welche vor allem von den jeweils aktuellen Trends abhängig waren. So war zum Beispiel in den 90ern das Queen-Size-Bett äußerst beliebt, aber für den Normalverbraucher auch unbezahlbar.

In den 1990er Jahren wurde die Boxspringfeder entwickelt, welche dafür gesorgt hat, dass Matratzen nun wesentlich stabiler waren und nun auch nicht mehr so schwer sein mussten.
Die leichteren Matratzen ermöglichen eine einfachere Pflege und schlankere Bettgestelle.

Schlafutensilien als Luxusartikel

Während die Matratze durch die Geschichte weiterentwickelt worden ist, hat sich auch eine Nachfrage für weitere Schlafutensilien entwickelt. Hierzu gehört neben Matratzenschonern auch der Topper, um die Schlafhygiene zu erhöhen. Doch warum ist das so? Im Schlaf verlieren wir Körperflüssigkeiten wie Schweiß, welcher sich mit der Zeit in der Matratze sammelt. Ein Topper verhindert den Kontakt mit der Matratze und kann leicht gereinigt werden, was mit einer Matratze nicht ohne Weiteres möglich ist.

In der Renaissance wurden die Strohsäcke in einem regelmäßigen Intervall in heißes Wasser getaucht. So waren die damaligen Schlafverhältnisse weitaus hygienischer als heute, auch wenn dies skurril wirkt. Die Menschen wussten jedoch schon damals um den direkten Einfluss der Schlafhygiene auf unsere Lebensqualität.

Zu den weiteren, wesentlichen Utensilien gehört zweifelsfrei auch der Lattenrost. Mittlerweile gibt es verschiedene Arten auf den Markt und ohne eine gute Beratung ist es kaum möglich, das richtige Modell für die persönlichen Bedürfnisse zu finden. Dies beginnt bereits damit, dass nicht jeder Lattenrost für jede Matratze verwendet werden kann.

Ein beweglicher Lattenrost ist für Federkernmatratzen zum Beispiel eher ungeeignet. Ein solcher Lattenrost sollte mit einer Latex-Matratze oder einer Schaumstoffmatratze verwendet werden.

Schlafhygiene wirkt sich auf die Psyche aus

Durch eine entsprechende Schlafhygiene schlafen wir mit einem guten Gewissen und der Schlaf wird damit deutlich erholsamer. Zugleich werden Allergene, welche durch Hausstaubmilben in der Matratze durchaus verursacht werden können, erheblich reduziert. Mittels eines erholsamen Schlafes leben wir glücklicher, entspannt und gesünder und werden somit auch im Alltag produktiver.

Fazit: Matratzen waren lange ein Luxus

Über hunderte Jahre hat die Entwicklung der Matratze in Anspruch genommen, damit das heutige Design entstanden ist. Heutzutage haben wir verschiedene Matratzentypen im Fachgeschäft oder im Onlineshop. Es gibt Angebote in jeder Preisklasse und so können wir Matratzen kaufen, welche früher nur den Königen vorbehalten waren.

© Schwäbische Post 11.02.2020 11:19
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