60 Prozent der Bundesbürger von schmerzenden Füßen betroffen: Was hilft?


In Industrieländern kommen 98 Prozent der Neugeborenen mit gesunden Füßen zur Welt. Doch im Erwachsenenalter sieht die Situation ganz anders aus: Ältere Menschen klagen in Deutschland zu 60 Prozent über Fußprobleme. Doch es gibt effektive Gegen- und Präventivmaßnahmen.

Gesunde Schuhe für gesunde Füße!

Die Hauptursache für Fußprobleme sind falsche bzw. unpassende Schuhe. Tatsächlich trägt nur jeder fünfte Deutsche wirklich passendes Schuhwerk, erklärt die Pharmazeutische Zeitung. Die meisten tragen zu große Schuhe, während immerhin 20 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer sich in zu kleine Treter zwängen.

Bei Frauen kommen Absatzschuhe erschwerend hinzu: So hat eine US-amerikanische Langzeitstudie mit 3378 Frauen und Männern ergeben, dass 29 Prozent der Frauen im Alter von 66 Jahren "an den meisten Tagen Schmerzen in den Füßen" haben. Zwei von drei Schmerzpatientinnen trugen in jüngeren Jahren "überwiegend" High-Heels oder Pumps, so fasst die Pharmazeutische Zeitung das Ergebnis der Studie zusammen.

Schlimmstenfalls bilden sich dadurch Fußfehlstellungen wie der Hallux valgus - ein schmerzhafter Schiefstand des großen Zehs. Daher lautet der wichtigste Tipp: Nur passende Schuhe tragen und nach Möglichkeit auf hohe Absätze verzichten! Wer bereits eine ausgeprägte Fußfehlstellung hat, sollte sich bei spezialisierten Anbietern nach passenden Modellen umschauen.

Auszeit für die Füße: Barfußlaufen ist gesund!

Darüber hinaus lohnt es sich, den Füßen auch mal eine Auszeit von Schuhen zu gönnen. Wer gelegentlich barfuß läuft - etwa am Strand, im Garten oder in der Wohnung - stärkt die Fußmuskulatur. Zudem werden die Fußreflexzonen angeregt, was sich wiederum positiv auf den ganzen Organismus auswirkt.

Zu beachten ist, dass man sich barfuß mit größerer Vorsicht bewegen sollte. Es ist besser, sicher erst einmal langsam "vorzutasten", denn durch das ständige Tragen von Schuhen sind unsere Füße oftmals nicht mehr gewohnt, sich frei über unebenes Gelände zu bewegen. Auch auf Verletzungen durch Insekten, Steine oder andere scharfe oder spitze Untergründe sollte man beim Barfußlaufen aufpassen.

In letzter Konsequenz trainiert man so auch seinen Gleichgewichtssinn. Wer nicht gänzlich barfuß unterwegs sein möchte oder kann - etwa aufgrund von Vorerkrankungen -, sollte über Fünffingerschuhe nachdenken, die dem Barfußlaufen zumindest nahe kommen.

Bäder, Training und Massagen: Wellness für die Füße

Den ganzen Tag auf den Beinen? Dann haben die Füße am Abend Pflege und Wellness verdient! Während man tagsüber durch abwechselndes Entlasten der Füße sowie durch kurze Gymnastikübungen - beispielsweise Greiftraining oder das Aufrichten auf Zehenspitzen - für Linderung sorgen kann, helfen am Abend zum Beispiel Wechselbäder: Wer seine überbeanspruchten Füße abwechselnd in warmen und kaltem Wasser badet, regt die Durchblutung an. Das hilft besonders an heißen Sommertagen.

Darüber hinaus sind auch Massagen eine echte Wohltat! Ob professionelle Fußreflexzonenmassage, do-it-yourself vom Partner oder mit einem Fußmassageroller: Richtig umgesetzt, lockert man so den ganzen Fußapparat und regt die Durchblutung an.

Wer trotz präventiver Gegenmaßnahmen Schmerzen in den Füßen spürt, sollte in jedem Fall seinen Arzt konsultieren. Denn die Ursachen der Symptome sind vielfältig und machen individuelle Gegenmaßnahmen nötig.


Bildrechte: Flickr -- Megan Liddle CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

© Schwäbische Post 02.05.2018 13:51
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