Augentropfen: Die wichtigsten Regeln für Linsenträger

Kontaktlinsen sind eine komfortable Alternative zur Brille – insbesondere bei Abendveranstaltungen, beim Sport oder bei Regen. Doch obwohl die Linsen aus gut verträglichen Materialien bestehen, verursachen sie bei einigen Linsenträgern trockene Augen. Augentropfen können hier Abhilfe schaffen und Beschwerden wie Brennen und Juckreiz mindern. Doch Vorsicht: Augentropfen sind nicht gleich Augentropfen. Wir verraten Ihnen, was Sie bei der Auswahl und Verwendung der Tropfen beachten sollten.

Welche Arten von Augentropfen gibt es?

Grundsätzlich lassen sich zwei Augentropfen-Arten unterscheiden:

    • Medizinische Augentropfen, die bei Augenerkrankungen angewendet werden.
    • Augentropfen zur Befeuchtung trockener Augen, die in ihrer Zusammensetzung dem Tränenfilm ähneln.

Spezielle Augentropfen für Kontaktlinsenträger reinigen sogar die Linsen beim Tragen, sie entfernen Ablagerungen und Schleierfilme.

Bei trockenen Augen zum Arzt gehen

Nach Angaben des Berufsverbands der Augenärzte (BVA) tragen etwa 3,4 Millionen Deutsche Kontaktlinsen. Einige von ihnen leiden zwischenzeitlich oder regelmäßig unter trockenen Augen und greifen zu Augentropfen. Von dieser Selbstbehandlung wird allerdings dringend abgeraten. Trockene Augen können auch Zeichen einer schwerwiegenden Augenerkrankung sein und die Anwendung der falschen Präparate ihre Symptome sogar verschlimmern. Also: erst zum Arzt gehen, dann die richtigen Augentropfen auswählen!

Auf die Verträglichkeit der Augentropfen achten

Bei Kontaktlinsenträgern führen z. B. eine dauerhafte Bildschirmarbeit, zu geringe Luftfeuchtigkeit oder ein zu langes Tragen der Linsen zu trockenen Augen. Werden die Augen dauerhaft unzureichend mit Tränenflüssigkeit benetzt, droht ein Sauerstoffmangel der Hornhaut. Um dies zu vermeiden, können Sie Augentropfen zur Nachbenetzung verwenden oder auf Linsen zurückgreifen, die speziell auf die Bedürfnisse trockener Augen ausgerichtet sind. Eine große Auswahl verschiedener Anbieter finden Sie hier.
Vergewissern Sie sich, dass sich Linsen und Tropfen vertragen und prüfen Sie die Angaben auf der Packungsbeilage. Wenn Sie medizinische Augentropfen verschrieben bekommen haben, erkundigen Sie sich, ob Sie Ihre Linsen während der Behandlung tragen dürfen. Besteht die Gefahr, dass die Linsen die Wirkung des Medikaments beeinflussen, müssen Sie sie zur Behandlung herausnehmen. In der Regel können Sie die Kontaktlinsen allerdings nach 15 Minuten wieder einsetzen.

Auswahl der Augentropfen: Wichtige Hinweise für Träger weicher Kontaktlinsen

Träger weicher Tages- oder Monatslinsen müssen im Umgang mit Augentropfen besonders vorsichtig sein. Weiche Kontaktlinsen wirken wie ein Schwamm, da sie alle Flüssigkeiten, die ins Auge gelangen, förmlich aufsaugen.
Kontaktlinsenträger sollten

    • ausschließlich Augentropfen verwenden, die frei von Konservierungsmitteln sind. Diese können sich in den Linsen ablagern und Reizungen oder sogar Hornhautschädigungen hervorrufen.
    • Augentropfen nutzen, die Hyaluronsäure enthalten. Das körpereigene Gleitmittel kann viel Wasser binden und den Tränenfilm stabilisieren.
    • bei trockenen Augen die Tragezeit der Linsen minimieren und häufiger zur Brille greifen.

Und wie sieht es bei harten Kontaktlinsen aus? Auch bei harten Linsen ist darauf zu achten, dass nur konservierungsmittelfreie Augentropfen verwendet werden. Im Gegensatz zu weichen Linsen, saugen sich harte Kontaktlinsen zwar nicht voll, die Konservierungsstoffe können allerdings das Material angreifen.

Fazit

Auch als Kontaktlinsenträger können Sie Augentropfen nutzen, um Beschwerden durch trockene Augen zu lindern. Vergewissern Sie sich allerdings bei Ihrem Arzt, dass Sie unter keiner Augenerkrankung leiden. Achten Sie bei der Auswahl und Verwendung der Augentropfen immer auf die Verträglichkeit zwischen Tropfen und Linsen und vermeiden Sie Präparate mit Konservierungsmitteln.

 

© Schwäbische Post 30.11.2017 15:39
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