Großprojekt geht wohl an Varta vorbei

Forschungsministerium Die 500 Millionen Euro für eine Batterieforschungsfabrik gehen nicht nach Ulm.

Berlin/Ellwangen. Das war nicht zu erwarten – aber im Stillen befürchtet worden: Das 500 Millionen Euro schwere Forschungsprojekt zur Batterieherstellung wird nicht in Ulm realisiert, unter Einbeziehung der Varta, sondern in Münster (Westfalen) – in direkter Nachbarschaft des Wahlkreises von Forschungsministerin Anja Karliczek. Das teilten der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Wolfgang Reinhart, sein Stellvertreter Winfried Mack und der wirtschaftspolitische Sprecher Claus Paal am Freitag mit.

„Wir sind enttäuscht über die Entscheidung der Bundesforschungsministerin. Sie widerspricht damit dem Votum der Gründungskommission für Ulm als Standort. Diese Entscheidung muss jetzt transparent aufgearbeitet werden“, sagte Paal. „Die Forschungsfabrik Batterie in Münster anzusiedeln, in direkter Nachbarschaft zu Karliczeks Wahlkreis, hat für mich ein G’schmäckle. Erfolgreiche Forschung muss dort angesiedelt werden, wo man am wirksamsten vorankommen kann. Das ist nach Meinung der Experten Baden-Württemberg“, kommentiert Winfried Mack.

Im baden-württembergischen Landeshaushalt waren bereits die zusätzlich notwendigen Landesmittel von rund 100 Millionen Euro für die Forschungsfabrik reserviert worden. Mit der Forschungsfertigung sollen neue Produktionskonzepte für Batteriezellen entwickelt und deren Umsetzung in die industrielle Herstellung forciert werden. Dabei geht es auch um die Großserientauglichkeit von neuen Zellfertigungskonzepten, die die bestehende Lithium-Ionen-Technologie sowie die Festkörper-Technologie einschließt und weiterentwickelt. Experten der Gründungskommission beim Bundeswirtschaftsministerium hatten gestern eine Empfehlung für Ulm abgegeben.

© Schwäbische Post 28.06.2019 15:23
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