Großes Engagement junger, helfender Hände

Freiwillige Tätigkeiten liegen bei jungen Erwachsenen voll im Trend. Die Nachfrage nach einem Engagement im BFD ist groß. Viele Freiwillige sind dabei von einer ähnlichen Motivation getrieben: Sie wollen sich gesellschaftlich einbringen, solidarisch sein, helfen, wo Hilfe nötig ist.
  • Wer einen Freiwilligendienst macht, ist meist leistungsbereiter. Foto: Adobe Stock/F8studio

Helfen als Lifestyle: Der Soziologe Dietrich Engels untersucht bereits seit mehr als zwanzig Jahren bürgerschaftliches Engagement von Jugendlichen. Auch an der Evaluation des Gesetzes über den Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist er beteiligt: „Der Bundesfreiwilligendienst genießt einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft.“ Engels hat viele junge Erwachsene zu ihrer Motivation und zur Entscheidungsfindung zugunsten freiwilliger Tätigkeiten befragt. Dabei gaben viele Bundesfreiwillige an, dass sie ihre Entscheidung für den BFD ausführlich mit Familie und Freunden besprochen haben.

Packen gerne an

Zupacken, umkrempeln, neue Horizonte erschließen – von dieser Haltung sind junge Menschen getragen, die sich für den Bundesfreiwilligendienst entscheiden. Die Ergebnisse der Shell–Jugendstudie, eine Untersuchung zu Sichtweisen, Stimmungen und Erwartungen von Jugendlichen in Deutschland, bestätigen diese Angaben.

Demnach sind junge Menschen experimentierfreudig und folgen idealistischen Vorstellungen. Für gesellschaftspolitische Themen zeigen sie ein großes Interesse. Während die konkrete Karriereplanung bei vielen zunächst in den Hintergrund rückt, entwickelt sich freiwilliges Engagement zum Lebensstil. Wer sich gesellschaftlich einbringt, will sich persönlich weiterentwickeln – angetrieben von dem Wunsch nach ehrenamtlichem Engagement.

Die Jugendlichen, die sich für einen Freiwilligendienst entscheiden, sind in hohem Maße leistungsbereit, wollen neue Arbeitsfelder kennenlernen und fühlen sich nicht überfordert.

Dietrich Engels, Soziologe

Berufliche Orientierung

Außerdem dient der Bundesfreiwilligendienst insbesondere Jugendlichen häufig auch der beruflichen Orientierung. Viele wollen nach dem Schulabschluss herausfinden, in welchem Bereich sie später arbeiten wollen – und entscheiden sich deshalb für den BFD. Die freiwillige Tätigkeit bietet ihnen die Chance, sich für das Gemeinwohl zu engagieren und gleichzeitig wichtige Berufserfahrungen zu sammeln.

Die Herausforderungen des Engagements in einem ungewohnten Bereich sähen die Jugendlichen als Ansporn, sagt der Soziologe Dietrich Engels: „Die Jugendlichen, die sich für einen Freiwilligendienst entscheiden, sind in hohem Maße leistungsbereit, wollen neue Arbeitsfelder kennenlernen und fühlen sich nicht überfordert.” Ihr Engagement entspricht ihrer Lebenseinstellung: Sie wollen helfen. Schon kurz nach dem Schulabschluss übernehmen die Freiwilligen Aufgaben mit großer Verantwortung. Teamgeist, selbstbewusstes Auftreten und organisatorisches Talent sind nur einige von vielen Eigenschaften, die junge Menschen im BFD erwerben und schärfen.

Generation Aufbruch

Der Bundesfreiwilligendienst genießt einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft.

Dietrich Engels, Soziologe

Engels hat Jugendliche nach Abschluss des BFD zu ihren Erfahrungen und Einsatzstellen befragt: „Die Resonanz der Bundesfreiwilligen ist in hohem Maße positiv.“ Wie Engels in seinen Untersuchungen herausfand, entwickeln sich die jungen Freiwilligen im BFD sowohl in ihrer Persönlichkeit als auch fachlich in hohem Maße weiter.

Der tägliche Einsatz in einem Krankenhaus, Pflegeheim oder Jugendzentrum bietet ihnen wertvolle Einblicke in die Anforderungen, die im nächsten Lebensschritt auf sie zukommen können – zum Beispiel im Medizinstudium oder in sozialen Berufen. Auf der anderen Seite haben die Träger den Vorteil, mit den Bundesfreiwilligen motivierte Mitarbeiter zu bekommen, die sich neue Herausforderungen wünschen. Die Shell–Studie spricht hier von der „Generation Aufbruch“.

Quelle: Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben

© Schwäbische Post 30.08.2019 13:12
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