Peyronie-Krankheit - die Komplexität eines Krankheitsbildes

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Zahlreiche Männer leiden unter einem Krankheitsbild, das unter dem Begriff Peyronie (induratio penis plastica), auf deutsch Penisverkrümmung, bekannt ist. Die mit dieser Erkrankung verbundenen schmerzhaften Beschwerden werden durch einen Entzündungsprozess (inflammatorische Reaktion) ausgelöst.

Entzündungsreaktion mit langfristigen Folgen

Die Entzündungsreaktion resultiert schließlich in einer Verhärtung im Bereich des Penis, während sich in der Wand der Schwellkörper Narben bilden. Diese Verhärtungen, die auch als Plaques bezeichnet werden, führen bei der Erektion zu einer Verkrümmung des Penis. Der erigierte Penis ist bei vielen Männern von Natur aus leicht gekrümmt. Bei der Peyronie-Krankheit, bei der sich aufgrund einer Entzündung vernarbtes Fasergewebe bildet, kommt es zu einer stärkeren Krümmung. Als Folge der starken Krümmung beim erigierten Penis wird der Geschlechtsverkehr deutlich erschwert oder gar unmöglich. Nach derzeitigem Wissensstand sind die Ursachen der Entzündung noch nicht hinreichend geklärt. Als Hauptverursacher gelten kleine Stauchungsverletzungen, jedoch kommen auch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen sowie Testosteronmangel als Auslöser infrage. Bei vielen Männern spielen auch genetische Voraussetzungen eine Rolle, ob sich eine Peyronie-Störung entwickelt. Zu den typischen Symptomen zählen Schmerzen bei der Erektion, Erektionsschwierigkeiten sowie eine deutliche Verkürzung des Penis. Auf die Entzündung, die bis zu zwei Jahre dauern kann, folgt die stabile Erkrankungsphase. In diesem Stadium kommt es zur Verkalkung der Plaques. An der Verkrümmung des Penis ändert sich hingegen nichts mehr, sodass die Beschwerden konstant bleiben und nicht schlimmer werden. Auf Spontanheilungen können Männer, die unter der Peyronie-Krankheit leiden, jedoch nicht hoffen. Die Störung geht ohne geeignete Therapie nicht weg. Deshalb sollte mit der Behandlung möglichst frühzeitig begonnen werden. Das Ziel der Therapie besteht darin, Verkürzungen und Verkrümmungen zu stoppen. Längerfristig muss auch das Problem mit der Erektion behandelt werden.

Positive Prognose bei frühzeitiger Behandlung

Der Grund für die Erektionsschwierigkeiten liegt in einem venösen Leck, das sich am Ort der Verhärtung bildet. Die Behandlung hängt deshalb auch von Art und Umfang der Probleme, die durch die Peyronie-Krankheit verursacht werden, ab. Die Diagnose wird nach sorgfältiger Untersuchung beim Facharzt gestellt. Zur Diagnostik gehört neben der klinischen Untersuchung meist eine Doppler-Sonografie. Bei dieser Untersuchung wird versucht, einen Überblick über das Ausmaß der Verkrümmung sowie über die Blutzirkulation in den Schwellkörpern zu erhalten. Eine nebenwirkungsarme Alternative zur risikoreichen Operation besteht in der Anwendung eines Stangen-Expandersystems (PZN 9380323), Gurt-Expandersystems (PZN 9380300) oder Komplett Sets (PZN 9380317). Eine internationale klinische Pro Peyronie Studie kam zum Ergebnis, dass ein in Deutschland von Penimaster entwickeltes Medizinprodukt zur sicheren und wirksamen Behandlung der krankhaften Penisverkrümmung geeignet ist und alternativ zur Operation eingesetzt werden kann. Demnach kann die regelmäßige Anwendung den Krümmungswinkel schon nach drei Monaten um circa 50 Grad reduzieren. Dies entspricht einer Verbesserung von rund 50 Prozent. Allerdings sind die vielversprechenden Ergebnisse dieser Studie nicht auf andere Penisextender übertragbar. Aufgrund seiner konstruktiven Besonderheiten soll das getestete Gerät eine für den Behandlungserfolg maßgeblich ausreichende tägliche Tragezeit ermöglichen. Von der Bindegewebserkrankung Peyronie sind Schätzungen zufolge 5 bis 7 Prozent aller Männer im Laufe ihres Lebens betroffen. Für die Betroffenen und deren Partnerschaft können die mit erektiler Dysfunktion (Erektionsproblemen) einhergehenden Störungen sehr belastend sein.

 

© Schwäbische Post 25.03.2019 13:31
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