Private Rentenversicherung - Eigene Vorsorge bedarfsgerecht planen

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Für die meisten Menschen bringt der Eintritt ins Rentenalter finanzielle Einschränkungen mit sich. Wer privat vorsorgt, kann sich vor Altersarmut schützen und bereits im Zeitraum der Berufstätigkeit eine Entscheidung für finanzielle Sicherheit am Lebensabend treffen. Es gibt nicht "die" private Rentenvorsorge, sondern eine Vielfalt unterschiedlicher Produkte für verschiedene Ansprüche und Bedürfnisse. Daher ist es wichtig, die private Vorsorge umfassend zu planen und ein passendes Modell für die Altersvorsorge zu wählen. Hier erfährt der Leser, wie er effektiv vorsorgen und seinem Renteneintritt entspannt und ohne Geldsorgen entgegenblicken kann.

Verschiedene Modelle in der privaten Altersvorsorge

Während die gesetzliche Rente einem strikten Modell folgt und die monatliche Altersrente anhand der Beitragsjahre und Beitragshöhe auszahlt, bieten private Rentenversicherungen mehr Flexibilität. Daher lohnt es vor dem Abschluss, die verschiedenen Möglichkeiten kennenzulernen und anhand der eigenen Vorstellung einer Zusatzrente zu vergleichen.

Primär unterteilen sich private Rentenvorsorgen in drei Kategorien:

  • klassische PRV in Form einer Lebensversicherung mit Sofortauszahlung
  • fondsgebundene Rentenversicherungen mit Fondssparplan oder Fondspolicen
  • neo-klassische PRV zur flexiblen Altersvorsorge, beispielsweise mit Index-Rentenversicherung

Im Hinblick auf das aktuell niedrige Zinsniveau zeichnen sich klassische Rentenversicherungen derzeit nicht mit überzeugenden Renditen aus. Lediglich bestehende Alterträge mit einem Garantiezins können für eine sichere Zusatzrente sorgen. Allerdings lohnt sich ein Blick auf die alternativen Modelle mit staatlichen Zuschüssen und steuerlichen Vorteilen. Hier sind Riester- und Rürup Renten eine Option für Sparer, die den Vermögensaufbau fernab der volatilen Märkte und deren Risiken anvisieren. Dennoch sollte man auch fondsgebundene Rentenvorsorgepläne nicht gänzlich aus dem Fokus verlieren. Die Risiken sind gering und die Renditen bei Fondspolicen und Fondssparplänen attraktiv.

Sofortrente oder aufgeschobene Rente: die Unterschiede im Überblick

Nach der Wahl eines Sparmodells steht man vor der Frage, ob man eine monatliche Einzahlung vornehmen oder eine größere Summe als Einmalzahlung in den Lebensabend investieren möchte. Die aufgeschobene Rente bezeichnet alle Modelle, die in der Ansparphase in monatlichen Beiträgen gezahlt und nach Vertragsablauf in Form einer monatlich festen Rentenzahlung ausbezahlt wird. Die Renditehöhe richtet sich nach der Art der Police und den darin enthaltenen Vertragsvereinbarungen. Eine andere Möglichkeit ist die Sofortrente. Dieses Modell empfiehlt sich für Sparer, die eine höhere Einlage als Einmalzahlung erbringen und den Vertrag bis zum Eintritt ins Rentenalter laufen lassen. Die Summe kann dann als monatliche Rente ausbezahlt oder aufgeschoben, und später als Sofortzahlung angewiesen werden.
Mehr Informationen zu den Unterschieden und wertvolle Tipps für die Auswahl der richtigen privaten Rentenversicherung, bieten unabhängige Anbieter von Vergleichsportalen wie Wefox.

Privat rentenversichern in Zeiten des Niedrigzins

Derzeit sieht es nicht so aus, als ob der Leitzins erhöht und damit eine Basis für Zinserhöhungen bei Sparanlagen und Rentenversicherungen geschaffen wird. Klassische private Rentenversicherungsmodelle und Kapitallebensversicherungen bringen einen Höchstzins von 0,9 Prozent und sind aus diesem Grund wenig rentabel. Nachdem alle Versicherungskosten und Aufwendungen abgezogen und mit der Rentenvorsorge verrechnet sind, bleibt dem Sparer im Regelfall nicht mehr als 0,1 Prozent Verzinsung. Eine auf dem Leitzins aufbauende private Rentenvorsorge ist keine Alternative, so dass der Fokus auf alternative Optionen gelenkt werden sollte. Derzeit lohnt es sich, die klassischen Rentenabsicherungen mit Zinsbildung zu umschiffen und ein Modell zu wählen, bei dem Renditen erwirtschaftet werden. Auch Rentenvorsorge mit staatlicher Bezuschussung und Steuererleichterungen können in die Berechnung einbezogen und anhand des eigenen Bedarfs verglichen werden. Wichtig ist hierbei, dass Vorstellung der späteren privaten Rente konkret benannt werden und eine entsprechende Beratung eingeholt wird.

Welches Ansparmodell bringt die sicherste Rendite?

Der Finanzmarkt ist wankelmütig und birgt einige Risiken, wie dieser Ratgeber aufzeigt. Dennoch lohnt es, sich für eine Absicherung mit Fondssparen zu entscheiden und diese Angebote genauer zu betrachten. In einer Beratung erfahren Sie, inwieweit sich das Fondsmodell für Sie empfiehlt und welche Besonderheiten zu beachten sind. Fakt ist, dass der Fokus auf eine Nettopolice zu einer Senkung der Fondskosten führt und dabei unterstützt, dass bei Auszahlung mehr in die Rente und weniger in die Verwaltungs- und Provisionskosten fließt. Auch Direktversicherungen bei der Pensionskasse, oder ein Rürup-Vertrag und eine Riester-Rente können sich im Einzelfall als gute Entscheidung erweisen. Da die optimale Entscheidung immer von persönlichen Kriterien und der eigenen Situation, sowie dem Anspruch an die Rente abhängt, ist eine professionelle Beratung vor Abschluss einer privaten Rentenversicherung der sicherste Schutz vor Kostenfallen. Weitere Informationen hierzu gibt es auch bei der Verbraucherzentrale.

Expertentipps beugen teuren Fehlentscheidungen vor

Bei privaten Rentenabsicherungen handelt es sich um langfristig bindende Verträge. Umso wichtiger ist es, dass Sie vor Vertragsabschluss vergleichen, prüfen und darüber nachdenken, ob Sie die monatlichen Einzahlungen über den gesamten Laufzeitraum tilgen können und möchten. Denn wenn eine Rentenversicherung gekündigt wird, heben die hohen Gebühren jegliche Rendite auf und führen dazu, dass Sie nicht einmal die eingezahlte Summe erhalten und so ganz automatisch Verluste erwirtschaften. Die Beratung von ausgewiesenen Experten ist eine optimale Grundlage, das zu Ihrem Anspruch passende Versicherungsmodell und die richtige Kostenhöhe der monatlichen Prämien zu ermitteln. Durch unsere Expertise aus langjähriger Berater- und Vermittlungstätigkeit bieten wir Ihnen die Unterstützung, die Sie bei der Auswahl der privaten Rente benötigen. Der Service ist kostenlos und unverbindlich.

Unrentable private Vorsorgeprodukte kündigen - sinnvoll oder kostspielig?

Viele Versicherungsnehmer mit Altverträgen denken über eine Kündigung der Police nach. Auch wenn das Zinsniveau deutlich gesunken ist, kann eine alte Rentenversicherung durch den hohen Garantiezins wertvoll sein. Eine übereilte Kündigung ist in den meisten Fällen unnötig teuer, vor allem, wenn bisher nur die Police-Kosten einbezahlt und noch keine Ansparung begonnen hat. Es gibt einige Alternativen zur Kündigung. Sie können die Rentenversicherung beispielsweise beitragsfrei stellen, sie beleihen oder zu einem guten Angebotspreis verkaufen. Als Versicherungsexperten unterstützen wir Sie gerne in der Berechnung und finden die für Sie beste Variante zum Umgang mit einer bestehenden Rentenversicherung.

Fazit - Wer privat vorsorgt, gleicht Defizite der gesetzlichen Rente aus.

Nur die private Vorsorge kann die Problematik der Basisrenten ausgleichen. Mit Blick auf den demographischen Wandel wird deutlich, dass die gesetzlichen Rentenkassen in einigen Jahren vor einem finanziellen Fiasko stehen. Das muss Sie nicht betreffen, wenn Sie rechtzeitig vorsorgen und Ihre private Rente durch ein zu Ihnen passendes Ansparmodell aufstocken. Schließlich möchten Sie den wohlverdienten Ruhestand in Sorgenfreiheit genießen.

© Schwäbische Post 14.01.2019 15:55
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