Auf Dirk Nowitzkis Spuren

Nach seinem Wechsel zum NBA-Meister Los Angeles Lakers hat Dennis Schröder gute Chancen, als zweiter Deutscher US-Champion zu werden.
  • Nicht im Nationaltrikot bei der Olympia-Quali? Diese Gefahr besteht nach Dennis Schröders Wechsel zu den Lakers. Foto: Imago
Neun Jahre ist es her, dass Dirk Nowitzki mit den Dallas Mavericks als bislang einziger Deutscher den Titel in der NBA gewann. Seit Donnerstag ist die Chance deutlich gestiegen, dass es wieder einen deutschen Champion in der besten Basketball-Liga der Welt geben wird. Denn mit seinem Wechsel von den Oklahoma City Thunder zum Meister Los Angeles Lakers ist Dennis Schröder endgültig im Kreis der ganz Großen angekommen. An der Seite von Superstars wie LeBron James oder Anthony Davis ist der 27 Jahre alte gebürtige Braunschweiger in der am 22. Dezember beginnenden Saison ein ganz heißer Anwärter auf den begehrten Meisterschaftsring.

Die Lakers gaben den seit Wochenbeginn erwarteten Transfer am Donnerstagmorgen deutscher Zeit nach dem Ende des Drafts, der jährlichen Talenteziehung, bekannt. „Willkommen in Los Angeles, Dennis Schröder“, twitterte der Glamour-Club. Er hatte sich bereits vor der vergangenen Saison für den deutschen Topspieler interessiert. Dass Schröder zuletzt den Eindruck erweckte, die Thunder gar nicht verlassen zu wollen, spielt wegen der Gesetze im US-Sport keine Rolle. Denn sind sich zwei Clubs einig, müssen Spieler das Trikot wechseln. Nur wenige Profis haben Klauseln in ihren Verträgen, die das ausschließen.

Schröder hatte sich mit seiner Familie in Oklahoma sehr wohl gefühlt. Der zweifache Vater weiß aber auch, dass die Lakers eine große Chance für ihn sind. „Wenn er auch nur annähernd an seine starken Leistungen aus der vergangenen Saison anknüpft, dann wird er auch den Lakers sehr weiterhelfen“, sagt Bundestrainer Henrik Rödl. „Die Lakers sind auf jeden Fall eine tolle Sache für ihn. Jetzt beim amtierenden NBA-Champion zu spielen, ist eine großartige Chance für Dennis“ – auch wenn die Gefahr groß ist, dass Rödl nun im kommenden Sommer beim olympischen Qualifikationsturnier auf seinen Point Guard verzichten muss, weil dieser parallel noch mit den Lakers um den Titel spielt.

In Oklahoma besaß Schröder, der seit dieser Saison in Deutschland alleiniger Besitzer des Bundesligisten Löwen Braunschweig ist, noch einen Vertrag bis 2021, der ihm ein Gehalt in Höhe von 15 Millionen US-Dollar (rund 12,7 Millionen Euro) garantiert hat. Das übernehmen die Lakers und wollen ihm dem Vernehmen nach im Anschluss einen großen neuen Vertrag anbieten. dpa
© Südwest Presse 20.11.2020 07:45
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