VfB Stuttgart steigt auf

Aufstieg perfekt, Mission erfüllt

Der Traditionsklub verliert zum Saisonabschluss gegen Darmstadt, erreicht aber trotzdem sein großes Ziel und kehrt in die Fußball-Bundesliga zurück. Mario Gomez trifft in seinem letzten Spiel. Von Carsten Muth
  • Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo (Mitte) hielt, als der Aufstieg feststand, eine Ansprache an das Team. Foto: Pressefoto Rudel/Robin Rudel/Poo
Seit Sonntag um 17.20 Uhr ist die Rückkehr des VfB Stuttgart in die Bundesliga perfekt. Das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo verlor zwar sein letztes Saisonspiel gegen Darmstadt 98 mit 1:3. Weil der VfB jedoch mit einem sehr komfortablen Vorsprung in diese Partie gegangen war und der einzig verbliebene Konkurrent, der 1. FC Heidenheim, patzte, durften Spieler, Betreuer und Trainer feiern. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte VfB-Coach Pellegrino Matararzzo. Sein Team habe in den vergangenen Monaten viele Rückschläge erlebt. „Wir sind aber immer wieder aufgestanden – und haben immer an unser Ziel geglaubt. Was ganz wichtig war für den Aufstieg.“

Draußen vor der Mercedes-Benz-Arena feierten hunderte VfB-Fans. Sie bejubelten ihren Klub, der den bitteren Abstieg im vergangenen Jahr nun endgültig hinter sich gelassen hat. Im fast leeren Stadion ließen die Spieler Mario Gomez hochleben. Der Goalgetter bestritt sein letztes Spiel für die Schwaben. Er beendet seine Karriere, sieht die Mission als erfüllt an. „Ich hatte schon den einen oder anderen Moment heute mit etwas Pippi in den Augen“, sagte der 34-Jährige. Er betonte: „Das war meine letzte Mission für den VfB, nachdem wir es letztes Jahr verkackt hatten. Es war immer mein Traum, hier meine Karriere zu beenden.“

Ein typisches Gomez-Tor

Zum Spiel: Der VfB erspielte sich – wie so oft in dieser Saison – ein optisches Übergewicht, ohne Darmstadts Tor jedoch in Gefahr zu bringen. Der Tabellenfünfte aus Hessen agierte konzentriert, zeigte ein gutes Positionsspiel. Das genügte gegen einen VfB, der das Risiko allzu oft scheute und dem in der Vorwärtsbewegung schlicht das nötige Tempo fehlte. Und so ereignete sich recht wenig in den ersten 30 Minuten, die mitunter wie ein müder Sommerkick wirkten. Auch Mario Gomez tat sich als Sturmspitze schwer in seinem letzten Match.

Eine Stuttgarter Schläfrigkeit führte nach 33 Minuten zur Führung für den Gast. VfB-Keeper Gregor Kobel und Abwehrchef Atakan Karazor waren sich bei einer Darmstädter Flanke nicht einig. 98-Stürmer Serdan Dursun nutzte den Abpraller und versenkte den Ball per Fallrückzieher zum 1:0. Ein toller Treffer.

Die Stuttgarter schauten sich verdutzt an. Plötzlich lagen sie hinten. Doch dann kam Mario Gomez. Ausgerechnet Mario Gomez! Der Mann, der so viele Treffer für seinen VfB erzielt und der in den vergangenen Wochen häufig nur auf der Bank gesessen hatte. Gegen Darmstadt erhielt der 34-Jährige nochmal einen Startelf-Einsatz. Was sich kurz vor der Pause auszahlte, als der frühere Nationalspieler einen schönen Flachpass Silas Wamangitukas in Mario-Gomez-Manier – mit langgestrecktem Bein und letztem Einsatz – aus fünf Metern Entfernung zum 1:1 ins Tor verlängerte (43.). Das war's vor der Pause.

Nach dem Wechsel wurde Stuttgart kalt erwischt. Mit dem ersten Schuss in der zweiten Halbzeit ging Darmstadt mit 2:1 in Führung. Matthias Bader traf aus relativ spitzem Winkel (53.). An einem guten Tag hätte VfB-Schlussmann Kobel den Ball wohl abgewehrt.

Stuttgart war nun von der Rolle, lud die Gäste zu einem Konter und damit einer super Chance ein, die diese aber kläglich vergaben. Marcel Heller lief alleine auf Kobel zu, übersah aber seinen mitgelaufenen Mitspieler Yannick Stark. Das hätte das 3:1 für die 98er sein müssen.

Die Gastgeber kamen im Gefühl des sicheren Aufstiegs nicht in Schwung. Darmstadt wiederum schenkte nichts ab und blieb auch in der Schlussphase und in Unterzahl ein unangenehmer Gegner für den VfB: Palsson hatte Gelb-Rot gesehen (66.).

Als Mario Gomez bereits ausgewechselt worden und eine große Karriere vorbei war, machten die Gäste alles klar. Tobias Kempe erzielte das 3:1 (88.). Das war dann aber auch egal. Platz zwei war dem VfB trotz der Niederlage nicht mehr zu nehmen. Stuttgart ist wieder erstklassig!
© Südwest Presse 29.06.2020 07:45
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