Querpass

Coronials und Quaranteenies

  • über die momentane Krise und ihre möglichen Folgen Gerold Knehr Foto: Volkmar Könneke
Natürlich hoffen alle, dass die derzeitige Corona-Krise bald ausgestanden ist, der Alltag möglichst schnell zurückkehrt und jeder sich wieder frei bewegen kann. Eine Berufsgruppe freilich sollte sich bei ihren Planungen für die Weihnachts- oder Winterferien zurückhalten: die Hebammen. Denn Pärchen, die wie geraten zu Hause bleiben und sich tage-, ja wochenlang im selben Raum aufhalten, werden es auf die Dauer nicht beim gemeinsamen Frühjahrsputz oder Netflix-Schauen belassen, sondern auch unter der Bettdecke aktiv werden. Der zu erwartende Babyboom hat in den sozialen Netzwerken bereits einen Namen: in neun Monaten kommen die „Coronials“.

Das wird nicht ohne Auswirkungen auf die Leibesübungen bleiben. Derzeit beschäftigungslose Sportlehrer oder Fitness-Coaches sollten eine zusätzliche Ausbildung zum Übungsleiter für Eltern-Kind-Turnen oder -Schwimmen in Erwägung ziehen. Der Deutsche Turnerbund beispielsweise bietet Kurse „Babys in Bewegung“ an.

Auch längerfristig bieten sich dem Sport ganz neue Perspektiven, sollte die These vom Babyboom eintreffen. Wenn die „Coronials“ erst mal zu „Quaranteenies“ heranwachsen, wird die Zahl der Jugendteams im Fußball, Handball, Basketball steigen, können Individualsportarten wie Leichtathletik mehr Talente requirieren. Zumindest für einen kurzen Zeitraum. Daher gilt die Devise: Liebe Hebammen, haltet euch bereit!
© Südwest Presse 24.03.2020 07:45
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