DHB-Team startet mit einem lockeren Sieg in die Heim-WM

Der Gastgeber hat beim klaren 30:19 gegen das vereinigte koreanische Team von Beginn an alles im Griff und nutzt die Partie, um sich einzuspielen.
  • Hände hoch, oder ich schieße. Martin Strobel (rechts) lässt zum WM-Auftakt nichts anbrennen. Foto: John Macdougall/afp

Die deutschen Handballer sind erfolgreich in die Heim-Weltmeisterschaft gestartet. Der 30:19 (17:10)-Erfolg gegen den Außenseiter Korea taugte allerdings nur bedingt als Gradmesser für die Leistungsstärke der Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop. Bester Werfer für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) war Uwe Gensheimer mit sieben Treffern. „Es waren für beide Teams viele Emotionen im Spiel, aber meine Spieler haben das hervorragend gelöst“, sagte Prokop nach dem Erfolg.

Es war der siebte Sieg einer DHB-Auswahl im siebten Eröffnungsspiele einer Großveranstaltung auf deutschem Boden. Alles andere wäre aber auch eine faustdicke Überraschung gewesen. Im Vorfeld war viel über die politische Bedeutung des Eröffnungsspiels gesprochen worden, bei dem erstmals eine gemeinsame Herren-Mannschaft aus Nord- und Südkorea antrat. Dass der Dritte der Asienmeisterschaft im internationalen Vergleich eher drittklassig ist, geriet angesichts dieser Vereinigung in den Hintergrund.

Vor 13 500 Zuschauern in der ausverkauften Berliner Arena dauerte es jedoch nicht lange, bis klar war, dass die Koreaner zwar engagiert zu Werke gehen, gegen den Europameister von 2016 aber chancenlos sind. Immerhin konnte Jung Suyong das erste Tor des Turniers erzielen. Danach bestimmten aber die Deutschen das Geschehen. Bis auf 6:2 zogen sie davon, ehe nach zehn Minuten dem Balinger Martin Strobel der erste Fehlwurf unterlief.

Danach wurde die Partie zerfahrener, vor allem da sich beide Teams erst auf die Gangart der beiden Schiedsrichter Martin Gjeding/Mads Hansen (Dänemark) einstellen mussten. Unter anderem sah Dong-Hyun Jang nach einem Schlag an den Kopf von Steffen Fäth die Rote Karte. In der Folge verlor der Favorit ein wenig den Fokus und versäumte es, den Vorsprung weiter auszubauen. Dabei konnte sich Koreas Keeper Park Jaeyong einige Male auszeichnen. Beim 7:5 nach 13 Minuten nahm Prokop eine Auszeit, die Wirkung zeigte. Dank leichter Gegenstoßtore zog sein Team bis zur Halbzeit auf 17:10 davon.

Die zweite Halbzeit nutzte der Bundestrainer, um allen Spielern Einsatzzeit zu ermöglichen und ein paar Dinge für die anstehenden Partien, in denen sein Team mit Sicherheit mehr gefordert sein wird, auszuprobieren. Trotzdem gelang nach 34 Minuten die erste zweistellige Führung (20:10). Ab da war es für die deutsche Mannschaft nicht mehr als ein Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen, wobei die DHB-Spieler sich zu viele Fehlwürfe leisteten. Koreas Trainer Cho Young Shin hielt mit der Einwechslung von Ri Song Kyong sein Versprechen, dass in jeder Partie mindestens ein Nordkoreaner zum Einsatz kommen wird.

Der Außenseiter konnte in der Schlussphase zwar noch ein paar sehenswerte Treffer erzielen, an der klaren 19:30-Niederlage änderte das aber nichts.

Für das deutsche Team geht es am Samstag mit der Partie gegen Brasilien (18.15 Uhr/ZDF) weiter. Gegen die Südamerikaner ist allerdings Vorsicht angesagt. Das letzte Duell bei Olympia 2016 verlor das DHB-Team mit 30:33.
© Südwest Presse 11.01.2019 07:46
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