Abruscia trifft in der Nachspielzeit

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Freude auf der einen, Frust auf der anderen Seite: Torschütze Alessandro Abruscia (links) feiert mit Ouadie Barini seinen Treffer zum 1:1 in der Nachspielzeit, während sich die Profis von Hessen Kassel lautstark bei Schiedsrichter Fabian Knoll über dessen Elfmeterpfiff beschwerten.
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Mit Leidenschaft und Glück: Der VfR Aalen schafft dank eines späten Elfmeters ein 1:1 (0:1) beim direkten Konkurrenten Hessen Kassel. Wütende Proteste zum Schluss.

Ein später Elfmeter mit Tim Grupp als Hauptdarsteller – das verheißt normalerweise nichts Gutes. Nicht so in Kassel. Da schaltete sich der Abräumer des VfR Aalen in der Nachspielzeit ins Offensivspiel ein und verhalf den Ostälblern zu einem nicht mehr geglaubten Punktgewinn. Alessandro Abruscia verwandelte den Strafstoß mit etwas Glück zum 1:1 (0:1)-Endstand.

"Wenn der Schiedsrichter pfeift, ist's Elfmeter ..." So kommentiert Uwe Wolf die umstrittene Szene in der 91. Minute. Eine Bewertung will der Trainer des VfR Aalen nicht vornehmen, stattdessen freut er sich über den Punktgewinn beim direkten Konkurrenten. Einen "ganz wichtigen", wie Wolf betont, nachdem er die anderen Ergebnisse in der Regionalliga studiert hatte. Die Schwarz-Weißen haben damit nicht nur den Konkurrenten Hessen Kassel hinter sich gelassen, sondern den Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf sechs Zähler vergrößert. Wolf: "Wir haben jetzt die 40-Punkte-Marke erreicht, da geht noch was."

Nur wenig ging beim VfR Aalen in den ersten 45 Minuten im alt erwürdigen Auestadion. Der Aufsteiger war tonangebend, wobei es die Ostälbler dem Gegner auch viel zu leicht machten. Immer wieder unterliefen den Aalenern einfache Fehler, vor allem die linke Seite mit Oliver Oschkenat in der Dreierkette und Kevin Hoffmann davor war ein Schwachpunkt. "Wir waren schlampig im Passspiel und viel zu unpräzise im Spielaufbau aus der Dreierkette heraus", kritisiert der Coach. Und: "Wir haben uns selbst ohne Not unter Druck gesetzt."

VfR: Chancen nicht genutzt

Und doch hatte der VfR zunächst die klareren Möglichkeiten. Steffen Kienle verpasste eine Flanke nur knapp (13.), und Abruscia zögerte im Strafraum erst zu lange und übersah dann noch den freistehenden Kienle (14.). Kassel wurde zunehmend tonangebend. Und gefährlicher. Ingmar Merle zielte aus 18 Metern zunächst noch zu ungenau (25.), kurz danach reagierte Kapitän Daniel Bernhardt stark (28.). Auch Mahir Saglik (32.) und Serkan Durna (36.) verfehlten danach das Aalener Tor. Auf der Gegenseite war es erneut Kienle, der den Führungstreffer liegen ließ, als er unbedrängt in die Arme von Keeper Nicolas Gröteke köpfte (37.). Hoffmann und Oschkenat waren es dann, die die Führung der Kasseler einleiteten. Als dann noch Gino Windmüller der Ball durchrutsche, hatte Ex-Bundesligaprofi Alban Meha keine Mühe, Bernhardt zu überwinden – 1:0 (40.). Zu dem Zeitpunkt war die Führung verdient.

Wir haben uns ohne Not unter Druck gesetzt.

Uwe Wolf Trainer des VfR Aalen

Direkt nach Wiederanpfiff hätte der VfR Aalen zurückschlagen können. Wieder war es Kienle, der an Gröteke scheiterte (48.). Der Torjäger vergab dann auch die größte Möglichkeit, als er alleine vor Gröteke zum Abschluss kam. Doch wieder parierte der Keeper (54.). Wolf reagierte, brachte Dijon Ramaj und Tim Grupp für Hoffman und Oschkenat. Vor allem Grupp erwies sich als Glücksgriff. Der 26-Jährige war ein Antreiber im Mittelfeld, und er schaltete sich ungewohnt oft ins Offensivspiel mit ein. Es war dann auch kein Zufall, dass Grupp in der Nachspielzeit zum gefeierten Aalener wurde. Der Sechser ging mit Tempo in den Strafraum, Kevin Nennhuber traf ihn am Fuß. Trotz wütender Proteste gab's Elfmeter. Alessandro Abruscia behielt die Nerven. Auch wenn Keeper Gröteke noch am Ball dran war, jubelte der VfR Aalen über den späten Ausgleich.

"In der ersten Halbzeit waren wir schwach in den Zweikämpfen. Aufgrund des Ballbesitzes in der zweiten Halbzeit geht das Unentschieden aber in Ordnung", bilanziert Uwe Wolf – und schickt gleich die nächste Kampfansage hinterher: "Nächste Woche wollen wir den Punkt gegen Homburg vergolden."

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