Bobo Mayer: Es wären bestimmt mehr als 1000

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In der vergangenen Saison noch im Dorfmerkinger Trikot – jetzt als Neresheimer Spieler ein Gegner seines Ex-Vereins: Auf Andreas "Bobo" Mayer werden sich bestimmt die Blicke besonders richten.
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Vor dem Stadtderby Neresheim gegen Dorfmerkingen (Samstag, 15.30 Uhr): Im Interview Andreas "Bobo" Mayer, der eben erst von einem Verein zum anderen gewechselt ist.

Es ist ein besonderes Pokalderby: Dorfmerkingen gegen Neresheim. Der Teilort gegen die Stadt. Und Andreas "Bobo" Mayer ist ein besonderer Spieler - im Sommer ist er vom Oberligisten zum Landesligaverein Neresheim gewechselt. Es könnte interessant werden am Samstag um 15.30 Uhr. Im Interview sagt Bobo Mayer (39), was er erwartet.

Sie wechseln von einem Verein zum anderen, und kurz darauf gibt es ein Pokalderby. Klingt spannend.

Es ist auf jeden Fall ein nicht alltägliches Spiel. Ich weiß nicht, wann die letzte Begegnungen zwischen den beiden war. Aber jetzt ist das Spiel da, und alle freuen sich drauf.

Wahrscheinlich über 500 Leute - aber mehr Zuschauer dürfen ja nicht.

Wir hätten bestimmt mehr als 500, wahrscheinlich sogar weit mehr als 1000. Wenn ich denke, wie viele Leute allein bei mir fragen. Bei meinen Mitspielern und den Fußballern aus Dorfmerkingen, zu denen ich noch Kontakt habe, ist es nicht anders. Schade, aber wir können es leider nicht ändern.

Ein Vorteil für Neresheim: Sie kennen den Gegner sehr genau.

Klar, ich kenne die Automatismen und die Spielvorbereitung. Aber ich weiß eben auch, dass Dorfmerkingen eine gute Truppe ist. Für uns Neresheimer ist das ein echter Gradmesser, erschwerend kommt dazu, dass wir eine nicht optimale Vorbereitung hatten mit vielen Verletzten. Dazu kamen Urlaube und berufsbedingt Fehlzeiten, normal eben für einen Landesligisten.

Das klingt nach knapper Personaldecke vor dem Pokalspiel.

13, 14 Spieler dürften es im Moment sein, da darf nichts mehr passieren. Jetzt ist Fabio Mango noch Langzeitverletzter, und dann hat einer unserer Spieler noch einen Todesfall in der Familie und wird wohl nicht spielen. Wie gesagt: nicht optimal …

Da werden Sie auf jeden Fall auch auflaufen, oder?

Ich habe bis jetzt jedes Testspiel über 90 Minuten gemacht. Wenn ich fit bin und meine Leistung bringe, dann will ich auch auf dem Platz stehen.

Wenn ich fit bin, will ich auch auf dem Platz stehen.

Andreas "Bobo" Mayer

Das heißt: Der spielende Co-Trainer Bobo Mayer will auch noch zu hundert Prozent Spieler sein?

Mit dieser nach Corona abgebrochenen Saison wollte ich als Spieler nicht aufhören. Auch deshalb habe ich mich für einen Verein in der Region entschieden und bin nicht als Co-Trainer zu einem Profiverein oder als Jugendtrainer irgendwohin gegangen. Es ist eine gute Mischung: Manne Raab als Trainer an der Linie und ich auf dem Platz. Das harmoniert sehr gut.

Wie fühlt sich für Sie als Wechsler der Zwei-Klassenunterschied zwischen Oberliga mit den Sportfreunden und Landesliga in Neresheim an?

In der Landesliga wird auch Fußball gespielt. Aber in der Oberliga musst du schon professioneller sein als kleiner Oberligist, wenn du mit den großen Vereinen, die teilweise unter Profibedingungen arbeiten, mithalten willst. Da geht es um Dinge wie Trainingsbeteiligung oder Regeneration. Aber wir haben auch unsere Ziele mit Neresheim und wollen ein gutes Fundament für die nächsten Jahre schaffen.

An dem Sie in Form eines längeren Engagements teilhaben? Wie ist Ihre Planung?

Eigentlich bin ich immer einer, der Längerfristiges anstrebt. Wobei es in meinem Alter normal ist, als Spieler nur von Jahr zu Jahr denken. Und es ist in jedem Fall sinnvoll, nach einer Runde zu schauen, ob es passt. Das Feedback bekomme ich schon von meinen Mitspielern, dass sie das so sehen. Und mir macht es Spaß, mit dem Team zu arbeiten.

Es ist zu hören, dass Sie von Dorfmerkingen im Unfrieden geschieden sind.

Das möchte ich nicht kommentieren, das habe ich nicht nötig. Ich denke, ich habe meine Leistung gebracht, hatte ein gutes Verhältnis zu Helmut Dietterle (SFD-Trainer - Red.) und mich eingeordnet, auch wenn ich von der Bank gekommen bin.

Wie groß ist die Chance des SV Neresheim am Samstag?

Wir werden versuchen, das Spiel lange offen zu halten, wir brauchen uns nicht zu verstecken – und es ist wichtig, dass wir genau das nicht tun. Über die Qualitäten von Dorfmerkingen braucht man aber nicht zu diskutieren, da sind überragende Kicker darunter. Am Ende wollen wir nach dem Spiel vor allem eines: mit erhobenem Haupt vom Platz gehen.

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