Der Trainer, der den VfB fast rettete

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VfB-U19-Trainer Nico Willig stellt sich als Stargast im Camp zahlreichen Fragen der Teilnehmer.

Den Stargast gibt's im Waldstetter Fußballcamp schon so lange, wie das Camp selbst. In diesem Jahr war es der Stuttgarter U19-Juniorentrainer Nico Willig, der sich den zahlreichen Fragen der Campteilnehmer stellte.

Dass Willig dabei eigentlich nur der Ersatzkandidat war, wollte am Ende niemand mehr wissen. Denn normalerweise war VfB-Neuzugang Waldemar Anton als Starbesuch eingeplant, doch dieser musste absagen. "Aufgrund der aktuellen Situation verstehe ich das voll und ganz. Wir halten uns zwar an alle Vorschriften, aber wenn da irgendwas passiert, dann sind wir abends in der Tageschau", so Campleiter Norbert Stippel.

Willig kann's perfekt erklären

Und so war Stippel umso erfreuter, dass sich der U19-Trainer des VfB Stuttgart auf den Weg nach Waldstetten begab. "Er ist natürlich wie ein Schlüssel zu den Profis. Und bei uns wünschen sich nahezu alle Teilnehmer immer später Fußballprofi zu werden. Da kann so jemand wie er aber perfekt erklären, was man denn alles leisten muss, um Profi zu werden und was die jungen Talente dabei auch alles entbehren müssen", erklärte Stippel.

Berühmtheit hatte Nico Willig übrigens vor allem in seiner kurzen Phase als Cheftrainer der Profis beim VfB Stuttgart erlangt. Nachdem der VfB am Ende der Saison 2018/2019 in akuter Abstiegsnot war, wurde Willig kurzerhand zum neuen Coach ernannt. Und schaffte es bis in die Relegation, in der dann ein 2:2 und 0:0 gegen Union Berlin allerdings nicht zum Klassenerhalt reichte.

Im Camp zeigte sich Willig locker und sympathisch und nahm sich viel Zeit für die Kinder. In einer kurzen Einführung erklärte Willig, dass er Norbert Stippel noch gut seiner Vergangenheit als Rechtsverteidiger bei der TSG Balingen kannte. "Er war immer ein harter Hund", so Stippel.

Er ist wie ein Schlüssel zu den Profis.

Norbert Stippel über VfB-U19-Trainer Nico Willig

"Wollt ihr mich provozieren?"

Die Kinder interessierte hingegen die Rückennummer und sein Lieblingsverein. "Der Verein sollte eigentlich klar sein, als Rückennummer hatte ich immer die Nummer zwei", so der VfB-Coach, der scherzend ergänzte: "Ich sehe hier einige Trikots aus Dortmund oder Wolfsburg. Wollt ihr mich provozieren?" Im Grunde sei es aber egal welches Trikot: "Hauptsache, Ihr habt Spaß am Fußball." Nach mehrmaliger Frage bezüglich Willigs Auto ließ sich der 39-jährige Familienvater entlocken einen VW zu fahren: "allerdings bin ich sowieso immer viel lieber mit dem Fahrrad unterwegs." Viele der Kinder hätten gerne ein Autogramm des Gastes mitgenommen, doch in diesem Jahr musste eine Autogrammstunde aufgrund der Abstandsregeln ausfallen.

Doch der Camptag bot noch mehr: Am Vormittag hatte Fred Eberle mit seinem Leichtathletikprogramm wieder zahlreiche Koordinationsübungen für die Kinder parat. Eberle ist schon seit vielen Jahren fester Bestandteil des Camps und bietet den Teilnehmern mit seiner einzigartigen Art ein wertvolles Programm. "Es ist toll Fred immer bei uns begrüßen zu dürfen. Mit seinem Fachwissen hilft er uns immens weiter. Ich persönlich könnte die Kinder zwar auch über Stangen laufen lassen, doch war er alles sieht, wie man die Fehler korrigieren muss, da bin ich teilweise überfragt", so Stippel. Am Nachmittag wurden dann noch leichte Übungen wie Elfmetertraining angeboten, um große Belastungen nach einem heißen Tag zu vermeiden.

Der letzte Camptag geht am Freitag dann ohne großes Showprogramm für die Eltern zu Ende. "Wir hätten zwar 499 Leute auf den Platz lassen können, doch hier überall die Listen zu pflegen, auf Abstände zu achten und mehr wäre ein nicht zu bewältigender Aufwand für uns", erklärt Stippel. Daher müssen die Eltern draußen bleiben und die Kinder dürfen auch nicht im gemischten Turnier mit den Trainern spielen. Hingegen gibt es Turniere für die jeweiligen Gruppen sowie die Auszeichnungen der Campgewinner und DFB-Abzeichen.

Jan-Philipp Strobel

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