Die Idee wird im Wald geboren

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Ein letztes Mal in der Öffentlichkeit: Frank Schmidt (rechts, neben Pressesprecher Markus Gamm) stellte sich am Sonntagmorgen den Fragen der Journalisten. Danach hat sich der Trainer des 1. FC Heidenheim zurückgezogen. Der Fokus richtet sich nur noch auf das entscheidende Relegationsspiel gegen Werder Bremen.
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Beim 1. FC Heidenheim ist die Anspannung groß vor dem entscheidenden Spiel gegen Werder Bremen. Trainer Frank Schmidt erholt sich beim Fahrradfahren und kriegt so den Kopf frei.

Es war still am Sonntagmorgen rund um die Voith-Arena. Nur wenige Vereinsmitarbeiter waren am Stadion zu sehen. Doch denen war das Kribbeln am Tag vor dem "größten Spiel in unserer Vereinsgeschichte", wie es Trainer Frank Schmidt nennt, deutlich anzumerken. Ja, die Anspannung ist groß beim 1. FC Heidenheim, der an diesem Montagabend im entscheidenden Relegationsspiel gegen Werder Bremen den Bundesliga-Aufstieg perfekt machen will. Anpfiff: 20.30 Uhr.

Es war alles durchgetaktet am Sonntag. Pünktlich um 19 Uhr betraten die FCH-Profis den Rasen der Voith-Arena. Das Abschlusstraining fand dort statt, wo morgen auch alles entschieden wird. Zwei Stunden zuvor, genau um 17 Uhr, hatte auch der Gegner die Chance, sich auf die äußeren Bedingungen in Heidenheim einzustellen. Auch Werder Bremen, dessen Team mit einer Chartermaschine bis Schwäbisch Hall geflogen war, absolvierte die letzte Einheit in der Voith-Arena.

Der Tank ist wieder voll

Frank Schmidt kam schon morgens aufs Vereinsgelände. Locker und dort sehr fokussiert trat er um 11 Uhr den wartenden Journalisten gegenüber und stellte sich geduldig deren Fragen. Natürlich ging's in erster Linie ums Sportliche. Darum, ob der Trainer wie schon in Bremen mit personellen Überraschungen in der Startelf aufwarten werde. Oder darum, welch taktische Mittel er wählen werde. Oder darum, "wie viele Körner" die Mannschaft im Hinspiel in Bremen gelassen habe. Da macht sich Schmidt überhaupt keine Sorgen. "Wir haben viele gelassen, aber bis Montagabend ist der Tank wieder voll."

Es ging aber auch um Themen abseits des Spiels. Beispielsweise darum, wie der Trainer die Stimmung in und um Heidenheim im Moment wahrnimmt. "So wie ich es mitbekommen habe, war der Glaube vor dem Hinspiel nicht allzu groß", sagt Schmidt. Nach dem 0:0 vom Donnerstag "sind alle auf einmal ein bisschen aufgewacht". Der Trainer ist sich sicher, dass sich die Stimmung jetzt gedreht hat. "Dass viele daran glauben, hoffen – und es auch ein bisschen erwarten, so wie ich meine Heidenheimer kenne."

Interessant findet Schmidt auch die Diskussion um den Wert des Hinspielergebnisses. "Man tut so, dass wir 0:0 verloren haben, und für Bremen ist es kein gefährliches Ergebnis. Das nehmen wir mal so hin." Wobei der Trainer klarstellt, dass das "0:0 ein Ergebnis ist, das uns alle Chancen offen lässt". Dass in Bremen mit Kuhglocken Stimmung gemacht wurde, sieht Schmidt gelassen. "Ich bin kein Dirigent eines Orchesters – aber anscheinend können wir viele Instrumente spielen."

So einfach kann man sich erholen ...

Frank Schmidt Trainer des 1. FC Heidenheim

Doch bei allem Trubel, Frank Schmidt ist es auch wichtig, abzuschalten. Zur Ruhe zu kommen und Zeit für sich zu haben. Ist das in diesen verrückten Tagen überhaupt möglich?

"Danach war der Kopf frei"

"Auf jeden Fall. Und das ist ja auch wichtig", sagt der Trainer und verrät: "Ich habe ja ein paar Kilometer bis Heidenheim, wohne ein bisschen außerhalb. Ich fahre nicht mit dem Auto. Ich setze mich aufs Fahrrad und fahre durch den Wald. Danach ist der Kopf frei, und die Idee war auch geboren." So einfach könne man sich erholen, und ganz nebenbei den Matchplan erstellen.

Jetzt muss dieser Plan am Montagabend gegen Werder Bremen nur noch aufgehen.

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