Ein Schlag in die Magengrube

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Wie viele andere Zweitplatzierten ist auch Bettringen empört, dass die Relegation ersatzlos gecancelt werden soll.

SG Bettringens Sportlicher Leiter Oliver Glass ist empört. Die Zweitplatzierten sollen kein Aufstiegsrecht wegen einer entgangenen Aufstiegsrelegation erhalten. Daran will der Württembergische Fußballverband (WFV) festhalten. Einen entsprechenden Vorschlag wird der Verband den Delegierten aus den Bezirken für den außerordentlichen Verbandstag zur Abstimmung unterbreiten.

Damit folgt der WFV nicht dem Ansinnen von eigener Aussage bislang 34 Vereinen, die sich gegen diesen Vorschlag wehren. Mit dabei ist auch die SG Bettringen. Der Zweitplatzierte der Bezirksliga sieht sich um seine Chance gebracht, in die Landesliga aufzusteigen.

"Wenn man im Pokal das Final Four ausspielen kann, warum dann nicht die Relegation?", lautet die Frage Dlasks. "Selbst ein Losverfahren wäre gerechter als gar nicht berücksichtigt zu werden."

Die Begründung des Verbands, dass im Gegensatz zu den Meistern die Zweitplatzierten "kein Aufstiegsrecht, sondern lediglich eine Aufstiegschance bzw. das Recht an der Relegationsrunde teilzunehmen, die aber in diesem Spieljahr aus rechtlichen Gründen nicht ausgetragen werden kann", sieht Bettringens Fußballfunktionär durch die Tatsache ad absurdum geführt, dass die Absteiger, die eigentlich zum Abstieg verdonnert sind, nicht absteigen müssen. Dlask: "Das wäre eigentlich eine Pflicht, die sich aus der Satzung ergibt."

Woanders, so Dlask weiter, gehe es ja auch. "Am Niederrhein steigen sogar die Ersten, Zweiten, Drittenund die Herbstmeister auf." Und der Badische Fußballverband stelle seinen Delegierten für seinen Verbandstag zur Abstimmung, alle Inhaber eines Relegationsplatzes als auch alle Teilnehmer der Aufstiegsrunden ebenfalls aufsteigen zu lassen.

Wenn der Württembergische Fußballverband an seinem Antrag festhalte, den Zweitplatzierten keine Aufstiegschance einzuräumen, dann, so Oliver Glass, "wird das Fairplay und das Ehrenamt, das vom WFV immer so sehr vermittelt wird, außer Kraft gesetzt." Leistung und Einsatz würden nicht belohnt und dadurch "die potentiellen Absteiger bevorzugt."

Das ablehnende Antwortschreiben des Verbandes ist den Verantwortlichen der Fußballabteilung der SG Bettringen bitter aufgestoßen. "Einen Antrag vorzulegen, bei dem Verlierer von vorneherein bestimmt werden, ist sportlich und moralisch nicht tragbar und ein weiterer Schlag in die Magengrube des Ehrenamts – das geht nicht mehr lange gut", heißt es in der Rückantwort an den WFV.

Der Verbandstag des Württembergichen Fußballverbandes, bei dem die Delegierten unter anderem über den Saisonabbruch beschließen müssen, findet nicht real statt. Die Delegierten werden in vier nichtöffentlichen Delegieten-Besprechungen an diesem Montag und Dienstag per Videokonferenz in die Beschlussthemen eingewiesen. Die Beschlussfassung durch die Delegierten ist auf elektronischem Wege ohne Versammlung. Am Mittwoch öffnet das Online-Portal, auf dem die Delegierten mit persönlichem Zugang und Passwort ihre Stimme abgeben können. Die Stimmabgabe ist möglich bis Samstag, den 20. Juni um 14 Uhr.

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